In Griechenland sind westlich von Athen zwei Löschhubschrauber beim Kampf gegen die Waldbrände kollidiert. Der Pilot und der Co-Pilot eines Helikopters konnten nur noch tot geborgen werden, teilten die örtlichen Behörden mit. Der Pilot stammte nach Angaben der Feuerwehr aus Dänemark, der Co-Pilot aus Griechenland. Die Besatzung des anderen Hubschraubers konnte sich nach Angaben des griechischen Rundfunks per Notlandung retten.
Mit dem Unglück sind infolge der Waldbrände in Griechenland inzwischen fünf Menschen gestorben. Bereits vergangene Woche waren auf Kreta und der Halbinsel Peloponnes drei Feuerwehrleute gestorben.
Wie die griechischen Behörden mitteilten, stießen die beiden Hubschrauber nahe der Ortschaft Psatha in der Luft zusammen. Der staatliche Rundfunk ERT zeigte ein Video, das den Zusammenstoß der
beiden Löschhubschrauber zeigen soll. Darauf ist zu sehen, wie ein
Helikopter den Rotor des anderen berührt. Kurz darauf explodiert einer
der Hubschrauber und stürzt als Feuerball zu Boden.
Der große Waldbrand westlich von Athen ist unterdessen weiterhin außer Kontrolle.
Die Flammen haben sich bis auf wenige Kilometer der Stadt Megara mit
rund 36.000 Einwohnern ausgebreitet. Nach ersten Schätzungen wurden
allein in dieser Region mehr als 10.000 Hektar Wald zerstört. Das entspricht in etwa der Fläche der Nordseeinsel Sylt. Zahlreiche
Nutz- und Wildtiere sind in den griechischen Feuern gestorben. Zudem brannten Häuser, Ställe und Ackerflächen nieder.
Feuerwehr gräbt Brandschneisen vor Athen
Starke Winde erschweren die Löscharbeiten. Für Montag erwartet der griechische Wetterdienst zwar landesweit nachlassenden Wind. Für eine Entwarnung sei es allerdings noch zu früh, betonte der
Zivilschutz. Vor allem in der Region rund um Athen bleibt die
Waldbrandgefahr sehr hoch.
Feuerwehr, Armee und Zivilschutz legten am Sonntag mit schwerem Gerät Brandschneisen
an, um den Vormarsch der Flammen vor allem im dicht bewaldeten
Kithairon-Gebirge westlich von Athen aufzuhalten. Die Löscharbeiten
werden durch die ausgetrocknete Vegetation und das unwegsame Gelände
erheblich erschwert. Unterstützung erhalten die Einsatzkräfte auch von
Feuerwehrleuten aus Frankreich und Rumänien.
Als mögliche Ursache des Großbrandes im Westen Athens gelten Funken an
Stromleitungen eines privaten Windparknetzes. Die Leitungen sollen
durch starken Wind ins Schwingen geraten sein. In diesem Zusammenhang
wurden zwei Menschen festgenommen.
Lage in Spanien und Frankreich entspannt sich
In anderen europäischen Ländern entspannt sich die Lage hingegen zunehmend. In Spanien waren am Wochenende nach Angaben eines spanischen
Waldbrandportals landesweit noch mehr als 40 überwiegend kleinere Wald- und
Vegetationsbrände aktiv. Die meisten davon in den Regionen Kastilien und
León, Katalonien, Valencia und Kastilien-La Mancha.
An der französischen Atlantikküste, wo der heftigste Waldbrand der
Saison gewütet hatte, dürfen Bewohnerinnen und Bewohner am Montag in die beiden Ferienorte Lège-Cap-Ferret und Le Porge zurückkehren. Dies gelte jedoch nicht für Campingplätze, teilte die Präfektur in Bordeaux mit. Auch im südfranzösischen Département Var, wo sich vor drei Tagen ein wieder
aufgeflammter Brand rasch ausgebreitet hatte, wurden Evakuierungsmaßnahmen und
Ausgangsbeschränkungen aufgehoben.
Im Süden Frankreichs brach am Sonntag allerdings ein neuer Waldbrand nahe der Stadt Carcassonne aus. Auslöser war ein brennender Wagen auf der Autobahn, wie Medien unter Berufung auf die
Feuerwehr berichteten. Laut Präfektur wurden etwa 100 Menschen in der
Gemeinde Cazilhac vorsorglich in Sicherheit gebracht. Auch an Raststätten fanden
demnach Evakuierungen statt.
