Lange dachte ich, es gehe darum, glücklich zu werden. Allein schon die unfassbare Zahl von Glücksbüchern ließ mich ahnen, wie besessen die Menschen vom Glück sind, wie vergeblich sie es lernen möchten, mit Sport und Struktur und Kaltduschen und Rolf Dobelli. Als gäbe es nichts anderes im Leben! Dabei musste ich feststellen, dass meine Talente ganz woanders lagen. Ich las das Wahnsinnswerk des Psychologen Paul Watzlawick, die Anleitung zum Unglücklichsein von 1983 (Piper Verlag, 12,– €), und merkte: Vieles machte ich schon sehr richtig. Und wir Deutschen insgesamt – wir waren wahre Künstler in der »Macht des negativen Denkens«. Die Welt, die Mitmenschen, man selbst – alles üble Gegenspieler. Nein, liebe Leser, das Glas ist nicht nur halbleer, es wurde von vornherein schlecht eingeschenkt!
