Manchmal sind Krisen keine Chancen, sondern einfach Krisen. Dann tauchen die großen Fragen auf: Warum gibt es das Leid in der Welt, warum auch in mir? Wieso muss ich hilflos, krank, unterdrückt sein? Was habe ich getan? In einer solchen Lage kann man manchmal einfach nichts lösen. Man muss aushalten. Aber wie hält man aus? Gute Frage! Nun, eine der ältesten Aushaltetechniken ist das Beten. Wer sich mit den berühmtesten Vertretern des Gebets befasst, kann auch heute noch etwas über die Kunst des Aushaltenkönnens lernen.
Was Beten genau ist, ist so erforscht wie unklar. Das Lexikon für Theologie und Kirche erklärt in einem mehrere Seiten langen Artikel, welchen Bedeutungswandel der Begriff im Laufe der Jahrtausende erfahren hat. Auf den kleinsten gemeinsamen Nenner hat es der deutsche Religionswissenschaftler Friedrich Heiler gebracht: Das Gebet sei der »innere Herzensverkehr mit Gott«.
