
Ein Ausdauertest für alle soll die „kleine Schwester“ des Frankfurter Ironman, der City-Triathlon, sein. 2010 ist er erstmals ausgeschrieben worden. Die Stadt wollte damit auch denjenigen ein Angebot unterbreiten, die die kürzere olympische Distanz dem Langstreckenrennen vorziehen, wie Organisationschefin Annette Albers von der Agentur Eventpower sagt. Auf Anhieb seien zur Premiere mehr als 1000 Teilnehmer gekommen. Wenn an diesem Sonntag um 6.30 Uhr die ersten Starter in den Langener Waldsee springen, werden etwa 3000 Teilnehmer folgen. Ein neuer Rekord für die ausverkaufte Veranstaltung.
Vor allem jüngere Leute und besonders Frauen finden laut Albers zunehmend Spaß an der Kombination aus Schwimmen, Radfahren und Laufen. Die Disziplinen erfreuten sich in der Corona-Pandemie eines wachsenden Zuspruchs, weil viele andere Freizeitaktivitäten damals nicht möglich waren. Einen weiteren Grund für das erhöhte Interesse sieht Albers in den sozialen Medien, wo das Thema Triathlon eine große Rolle spiele. Um auch Älteren entgegenzukommen, die aufgrund der Beanspruchung der Gelenke beim Joggen auf Asphalt den Dreikampf womöglich scheuen, ist mittlerweile auch ein „Duathlon“ aus Schwimmen und Radfahren im Programm.
Wer noch gut zu Fuß ist, hat die Wahl zwischen einer Mitteldistanz, auf der auch die hessischen Meistertitel vergeben werden, und der olympischen Distanz mit 1500 Meter Schwimmen, 45 Kilometer Radfahren und zehn Kilometer Laufen, die erst um 9.35 Uhr gestartet wird. Dazu gibt es Staffelwettbewerbe, einen Sprint und einen „Jedermann“-Wettbewerb mit übersichtlichen Belastungen.
Zahlreiche Straßen werden in Frankfurt gesperrt
Im Langener Waldsee kraulen die Aktiven erstmals auf der gleichen Strecke wie die „Ironman“-Sportler, weil der bislang genutzte FKK-Teil nicht zur Verfügung steht, wie Albers sagt. Danach steigen sie auf die Velos und radeln über die B 44 auf direktem Weg nach Frankfurt, dort am südlichen Mainufer entlang und über die Mainzer Landstraße zum Roßmarkt, wo sie ihre Laufschuhe schnüren, um unter anderem die Zeil entlangzulaufen. Zahlreiche Straßen sind bis zum Wettkampfende um 14 Uhr gesperrt.
Den prognostizierten Temperaturen von bis zu 30 Grad sieht Albers entspannt entgegen. „Das ist nichts, was wir nicht schon erlebt haben“, sagt die erfahrene Trainerin. „Wir arbeiten mit Standrohren“, also Leitungen, um jederzeit genügend kühles Wasser zur Verfügung zu haben. Zudem habe man an der Laufstrecke zwei zusätzliche Duschen zur Abkühlung installiert.
Begehrlichkeiten wie der Marathon, um den sich in Zukunft mindestens drei mögliche Veranstalter bewerben wollen, hat der City-Triathlon Albers’ Informationen nach bislang nicht geweckt. „Wir sehen die ganze Diskussion sehr kritisch“, sagt sie. Bisher habe es eine Art Bestandsschutz gegeben und damit für alle Großveranstalter Planungssicherheit, auch wenn längerfristige Verträge mit der Stadt fehlten. „Es ist natürlich legitim, das infrage zu stellen. Aber das bringt auch viel Unruhe in das gesamte System hinein.“
