
Chile und Venezuela nehmen wieder diplomatische Beziehungen auf. Im Verhältnis der beiden Länder beginne eine „neue Phase“, erklärte Chiles rechtsgerichteter Präsident José Antonio Kast am Donnerstag. „Die Vereinbarung wird es uns ermöglichen, die enormen Herausforderungen anzugehen, vor denen wir als Länder desselben Kontinents stehen“, führte er aus. Dies gelte „insbesondere in den Bereichen Sicherheit, Migration und wirtschaftliche Entwicklung“.
Chile hatte die diplomatischen Beziehungen zu Venezuela 2024 nach der umstrittenen Wiederwahl des linksnationalistischen Präsidenten Nicolás Maduro im Juli 2024 abgebrochen. Seinen Wahlsieg betrachtete Chile als nicht rechtmäßig. Venezuela zog daraufhin sein Botschaftspersonal aus Chile ab.
Die Wahl in Venezuela war von Betrugsvorwürfen überschattet gewesen. Die Opposition in Venezuela beanspruchte den Wahlsieg für sich. Die Behörden erklärten damals Maduro zum Sieger.
Wichtig für Kasts Vorhaben, illegale Migranten auszuweisen
Maduro wurde im Januar bei einem US-Militäreinsatz in Caracas festgenommen und in die USA gebracht, wo er sich vor Gericht verantworten muss. Seine frühere Stellvertreterin Delcy Rodríguez übernahm anschließend übergangsweise die Präsidentschaft.
Der ultrarechte Kast war Anfang März als neuer chilenischer Präsident vereidigt worden. Er plant die Ausweisung von rund 330.000 illegalen Migranten. Die fehlenden diplomatischen Beziehungen zu Venezuela haben sich dabei als Hindernis für dieses Vorhaben herausgestellt.
