Hunderte Migranten sind auf dem Seeweg aus Marokko in der spanischen Exklave Ceuta in Nordafrika angekommen. In den vergangenen Tagen seien etwa 1.500 Menschen nach Ceuta geschwommen, sagte der Präsident des Gebiets, Juan Jesús Vivas. Zugleich meldete die amtliche spanische Nachrichtenagentur Efe die Ankunft von Hunderten Jugendlichen, die über den Grenzzaun zwischen Marokko und Ceuta kletterten und in die Exklave gingen. Auf Bildern war demnach zu sehen, dass der Zaun zu jenem Zeitpunkt nicht von der Polizei überwacht wurde. Marokkanische Einsatzkräfte zogen sich zurück, als die Migranten die Grenze passierten.
Gebietspräsident Jesús Vivas hatte zuvor gesagt, die Aufnahmezentren seien nicht mehr aufnahmefähig. »Wir befinden uns in einer Situation des totalen humanitären und sozialen Notstands.« Das spanische Innenministerium teilte mit, verschiedene Ministerien gingen »koordiniert« vor, um »mit größtmöglicher Schnelligkeit und Effizienz auf die Situation in Ceuta zu reagieren«. Die Regierung in Madrid habe ihre Ressourcen aufgestockt, »um die Sicherheit und die Kontrolle der Migration sowie die notwendige
humanitäre Hilfe zu gewährleisten, damit auf See keine Menschenleben
gefährdet werden«.
Innenminister Fernando Grande-Marlaska wollte demnach am Freitag in das an Marokko grenzende Ceuta reisen, um die Lage zu beobachten und sich mit Behördenvertretern zu treffen.
Ceuta hat ebenso wie die spanische Exklave Melilla die einzige Landgrenze der EU mit Afrika. Die Gebiete sind deshalb regelmäßig Ziel von Menschen, die sich ein besseres Leben in Europa erhoffen. Marokko ist für viele Migranten ein Transitland auf dem Weg nach Europa.
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