Seit Jahresbeginn sind nach Schätzungen des Robert Koch-Instituts (RKI) bundesweit 9.800 Menschen wegen hoher Temperaturen gestorben. Das geht aus dem aktuellen RKI-Wochenbericht hervor, Stichtag für die Zählung ist der 19. Juli. Vor wenigen Wochen hatte das Statistische Bundesamt von 7.100 Hitzetoten gesprochen.
Damit gab es in Deutschland seit Jahresbeginn mehr Hitzetote als in jedem einzelnen Gesamtjahr seit 2016. Bisher waren die meisten Hitzetoten im Jahr 2018 mit rund 9.000 Gestorbenen verzeichnet worden.
Fast 2.000 Hitzetote in dritter Juliwoche – Tausende im Juni
Gut die Hälfte der hitzebedingten Sterbefälle in diesem Jahr geht dem RKI zufolge auf die Hitzewelle in der zweiten Junihälfte zurück, als es vielerorts zu Temperaturen um 40 Grad kam. 7.900 Hitzetote wurden zwischen Anfang April und dem 12. Juli verzeichnet. Somit sind allein in der Woche vom 13. bis zum 19. Juli 1.900 weitere Menschen wegen Hitze gestorben.
Hitzewellen sind besonders für ältere Menschen gefährlich. 5.420 Hitzetote und damit mehr als jeder Zweite waren 85 Jahre alt oder älter. In der Gruppe von 75 bis 84 Jahren starben 2.460 Menschen, 1.260 weitere in der Gruppe von 65 bis 74 Jahren. 630 Hitzetote waren jünger als 65. In einigen Fällen führte ein Hitzeschlag zum Tod, meist war die Todesursache nach RKI-Angaben jedoch eine Kombination aus Hitzeexposition und bestehenden Vorerkrankungen.
In Wochen mit einer mittleren Temperatur über 20 Grad kommt es dem Institut zufolge zu deutlich höheren Sterblichkeitsraten als in kühleren Sommerwochen. Die Auswertung basiert auf Daten von 52 Wetterstationen des Deutschen Wetterdienstes (DWD). In der Woche vom 13. bis 19. Juli lag die mittlere Wochentemperatur demnach bei 20,9 Grad.
Dieser Artikel wird weiter aktualisiert.
