Die US-Notenbank lässt den Leitzins erneut unverändert. Die Zinsspanne bleibe bei 3,5 bis 3,75 Prozent, teilte der Zentralbankrat der Federal Reserve (Fed) in Washington mit. Neun von zwölf Mitgliedern des Ausschusses stimmten demnach gegen eine Erhöhung des Leitzinses. Die drei Abweichler sprachen sich für eine
Zinserhöhung um einen Schritt (25 Basispunkte) aus.
Experten hatten mit einer Zinspause
gerechnet, auch wenn sich der neue Fed-Chef Kevin Warsh mit
Signalen zum Zinskurs bewusst zurückgehalten hatte. Die durch
den Energiepreisschock infolge des Irankriegs gestiegene Inflation hatte zuletzt zwar nachgelassen. Mit 3,5 Prozent war die
Teuerungsrate im Juni jedoch noch immer relativ hoch.
Warsh hatte sich zuvor angesichts der vergleichsweise hohen Inflation kämpferisch gezeigt. »Die Mitglieder unseres Ausschusses tolerieren
keine anhaltend hohe Inflation«, sagte er Mitte Juli. Warsh gilt als
»Inflation Hawk« und tendiert eher zu einer restriktiveren Geldpolitik,
um die Inflation zu bekämpfen.
Erhöhung im September erwartet
An den
Finanzmärkten wird damit gerechnet, dass die Fed im September
die Zinsen anheben wird. US-Präsident Donald Trump drängt derweil weiter auf einen deutlichen Zinsschnitt.
Es ist die zweite Zinsentscheidung der Fed unter Warsh. Dieser hatte Ende Mai die Nachfolge des langjährigen Fed-Chefs
Jerome Powell angetreten. Trump hatte Powell immer wieder kritisiert,
weil dieser seiner Forderung, den Leitzins stark zu senken, nicht nachkam.
