
Es war wieder nur ein konspirativer Blitzbesuch. Wie der fliegende Holländer reist Juan Carlos I. durch Europa. Eigentlich lebt der Monarch seit Jahren in Abu Dhabi, wo es ihm im Sommer jedoch zu heiß ist. Jetzt tauchte er plötzlich auf Mallorca auf. Dort machte er sogar einen Abstecher in den Marivent-Palast in Palma, wo er 40 Jahre lang jeden Sommer verbracht hatte; zuletzt war er 2018 dort. Auf Mallorca sah er nach längerer Zeit seine Frau Sofía wieder. Sie hat ihn bisher nie am Golf besucht, wohin sich der 88 Jahre alte emeritierte König nach zahlreichen Affären 2020 zurückgezogen hatte.
Grund für seinen geheimen Abstecher auf die Balearen war der 80. Geburtstag seines guten Freundes Miguel Arias, wie die spanische Zeitung „La Vanguardia“ berichtete. Zusammen mit dem Tennisstar Rafael Nadal, der auf Mallorca lebt, organisierte er eine Überraschungsparty; der Sportfan Juan Carlos war zur Hochzeit von Nadal gekommen. Im Küstenort Puerto Portals gab es am Sonntag ein ausgedehntes Mittagessen mit Freunden und Angehörigen. Juan Carlos kennt den Millionär schon lange. Dessen Eltern hatten in der Sierra oberhalb von Madrid neben einer Skistation ein Lokal, ein Bruder von Arias brachte dem jungen Prinzen angeblich damals das Skifahren bei.
Ausgedehnte Europareise
Nach der Geburtstagsfeier fuhr Juan Carlos laut dem Zeitungsbericht zum Marivent-Palast. Dort verpasste er seinen Sohn Felipe und Königin Letizia. Beide waren am Sonntagmorgen nach Madrid geflogen, um Menschen zu besuchen, die vor dem großen Waldbrand geflohen waren. In der Sommerresidenz am Mittelmeer machen momentan neben Sofía seine Töchter Elena und Cristina, einige ihrer Kinder, Anne-Marie von Griechenland, Prinzessin Alexia und weitere Familienangehörige Urlaub.
Die Nacht verbrachte Juan Carlos aber nicht dort, sondern im Haus eines Freundes in Cala d’Or. Nach knapp 24 Stunden auf der Insel flog er mit einem Privatflugzeug am frühen Montagmorgen nach Sardinien weiter. Mit der Maschine war er am Sonntag aus Genf nach Palma geflogen. Auf dem Genfer See hatte er mit seinen spanischen Segelfreunden die Europameisterschaft als Steuermann auf der Bribón in der Sechs-Meter-Klasse gewonnen.
Auf der ausgedehnten Europareise war er zuvor schon zum Segeln an der galicischen Atlantikküste. Einen Kurzbesuch machte er auch in Sevilla, wo er in der Stierkampfarena bejubelt worden war. Mehr Zeit verbringt er angeblich bei Freunden in Cascais in Portugal, im benachbarten Estoril war seine Familie jahrelang im Exil. Zum letzten Mal hatte sich die Königsfamilie im vergangenen November im Pardo-Palast am Rand von Madrid getroffen, um an den 50. Jahrestag von Juan Carlos’ Thronbesteigung zu erinnern.
Sonst geht Felipe seinem Vater aus dem Weg, der versprochen hat, in keinem der staatlichen Königspaläste zu übernachten, auch nicht in Marivent. Das hält ihn aber nicht davon ab, als Gast seiner reichen Freunde und Verehrer wieder mehr Zeit in Europa zu verbringen.
