Amnesty International hat nach der Hinrichtung von zwei Männern im Iran vor einer »Eskalation im Einsatz der Todesstrafe« gewarnt. Ziel der iranischen Behörden sei es, »abweichende Meinungen zu unterdrücken«, teilte die Menschenrechtsorganisation mit. Demnach sind derzeit mindestens 60 weitere Menschen in dem Land von der Todesstrafe bedroht. Viele würden zudem wegen ihrer Teilnahme an den regierungskritischen Protesten im Winter verfolgt.
Auch die zwei Männer, die zuletzt hingerichtet wurden, waren wegen ihrer Beteiligung an den Demonstrationen verurteilt worden. Sie sollen Polizeibeamte im Januar angegriffen und »in Brand gesetzt« haben, wie die iranische Justiz mitteilte. Die iranische Nachrichtenagentur Mehr berichtete, die Verurteilten seien auf einem Platz in der Stadt Malekschahr in der zentralen Provinz Isfahan öffentlich gehängt worden.
Die Proteste im Iran hatten sich im Dezember wegen der schlechten wirtschaftlichen und politischen Lage im Iran rasch zu großen Demonstrationen gegen die Führung des Landes ausgeweitet. Am 8. und 9. Januar erreichten sie ihren Höhepunkt. Staatliche Einsatzkräfte gingen mit Gewalt gegen Demonstrierende vor. Nach iranischen Angaben hat es Tausende Tote gegeben, die Regierung weist die Verantwortung jedoch von sich.
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