
Der Internationale Fußballverband (FIFA) will einen Teil der kommerziellen Rechte an seinen Fußball-Turnieren an private Investoren verkaufen und damit mehr als vier Milliarden US-Dollar (umgerechnet rund 3,5 Milliarden Euro) erlösen. Künftige Veranstaltungen wie WM-Turniere sollen einer FIFA-Mitteilung zufolge unter dem Dach eines neuen Unternehmens organisiert werden, dessen Mehrheits-Eigentümer der Weltverband wäre.
Wie die britische „Times“, der „Telegraph“ und die „Financial Times“ berichten, plant der Weltverband einen Verkauf von 20 bis 30 Prozent der Anteile an einem noch zu gründenden Unternehmen, das die WM kontrollieren soll.
Minderheitsanteile im Milliardenbereich?
Den Berichten zufolge sollen schon vorläufige Vereinbarungen über die Bedingungen eines Deals unterzeichnet worden sei. Dieser könnte einen Wert von umgerechnet mehr als 17 Milliarden Euro haben. Die „Times“ berichtet, die Regierung von US-Präsident Donald Trump sei bezüglich des Plans konsultiert worden, die Investmentbank JP Morgan wickele den Prozess ab.
Infantino, der laut FIFA-Statuten nur bis 2031 FIFA-Präsident bleiben darf, könnte demnach anschließend Kommissar der neuen Organisation werden. Die FIFA würde die Mehrheit halten, während private Investoren Minderheitsanteile im Milliardenbereich erwerben könnten.
„Die Seele und die Führung des Fußballs sind keine Vermögenswerte“
Die Europäische Fußball-Union (UEFA) übte umgehend scharfe Kritik an dem Plan. In Bezug auf den Bericht der Times schrieb der Verband, dass damit eine Grenze überschritten werde, „die die führenden Institutionen des Fußballs niemals überschreiten dürfen. Die UEFA nimmt diese Angelegenheit äußerst ernst. Das sollten auch alle nationalen Fußballverbände tun“, teilte der europäische Verband mit: „Die Seele und die Führung des Fußballs sind keine Vermögenswerte, mit denen gehandelt werden darf – insbesondere dann nicht, wenn völlig intransparent ist, wer finanziell davon profitiert. Keiner von uns besitzt den Fußball. Es ist nicht an der FIFA, ihn zu verkaufen.“
Da ein Großteil der Einnahmen an die 211 Mitgliedsverbände geht, dient Infantino das Geld als Machtinstrument. Der FIFA-Chef will sich im kommenden Jahr bis 2031 im Amt bestätigen lassen. Anders als der Deutsche Fußball-Bund (DFB) sollen laut einem Bericht des britischen „Guardian“ „mehr als 200“ Verbände ein Unterstützerschreiben für die Wiederwahl des Schweizers unterzeichnet haben. Durch das Turnier in den USA, Mexiko und Kanada soll die FIFA rund 13,1 Milliarden Euro eingenommen haben.
