Sie sollen vor allem viel Spaß machen, das war die Maxime für die Auswahl zweier origineller Ohrhörer, die wir einige Zeit ausprobiert haben. Die Freeclip 2S von Huawei gehören in die Gattung der Open Ears. Sie werden also nicht in den Gehörgang gesteckt, sondern an die Ohrmuschel geklemmt. Nahezu alle namhaften Hersteller haben mittlerweile solche Modelle im Angebot. Der Vorteil besteht darin, dass die Ohren für die Wahrnehmung von Umgebungsgeräuschen frei bleiben, im Gegensatz zu den lärmreduzierenden Ohrenstöpseln im Gehörgang. So vernimmt zum Beispiel der Jogger das heranfahrende Auto. Auch Menschen, die durch das Tragen von In-Ear-Hörern unter Hautreaktionen im Gehörgang leiden, sind damit angesprochen.
Die Freeclip 2S bestehen aus einem runden Minilautsprecher, der vor dem Gehörgang platziert wird, und einer ovalen Basiseinheit mit Batterie und Elektronik, die hinter dem Ohr landet. Verbunden werden beide mit einem flexiblen Bogen in C-Form. Das Ganze mag am Ohr etwas gewöhnungsbedürftig aussehen, aber die Freeclip 2S halten sicher, auch bei starken Kopfbewegungen, und man kann sie wirklich stundenlang tragen. Nichts drückt, nichts stört, man vergisst geradezu, dass sie am Ohr angesteckt sind.
In der zugehörigen Huawei-App lässt sich der Klang justieren und die Gestensteuerung zur Bedienung individuell festlegen. Die Hörer bieten wie die Airpods von Apple die Möglichkeit, Anrufe mit Kopfschütteln oder -nicken abzulehnen oder anzunehmen. Eine Besonderheit ist die elektronische Unterdrückung von Umgebungsgeräuschen während des Telefonierens. Während man selbst sämtlichen Lärm hört, bleibt der Nutzer für den Gesprächspartner am anderen Ende der Leitung gut verständlich. Eine vollständige Geräuschunterdrückung, die den Träger ebenfalls vom Umgebungslärm abgeschirmt, gibt es bauartbedingt nicht. Ein zweiter Nachteil: Die Ladeschale in Pralinenform sieht nicht nur unfassbar billig aus, sondern fühlt sich auch so an. Die Freeclip kosten 200 Euro.

Für die Hälfte des Preises erhält man die Moto Buds 2 Plus von Motorola, die in einer Ladeschale in der üblichen Bauform kommen und mit verschiedenen oval geformten Silikonaufsätzen den Gehörgang gut abdichten. In der App, die es nur für Android gibt, lassen sich die Gesten zur Bedienung ebenfalls individuell konfigurieren, und auch hier werden bei Telefonaten Umgebungsgeräusche weggefiltert.
Was uns schon beim ersten Hören überraschte, ist der gefällige gute Sound. Das wundert kaum, weil für das Audiodesign der Ohrenstöpsel die Spezialisten von Bose verantwortlich sind. Bässe und Höhen kommen klar und präzise, wir fanden den Klang geradezu erfrischend. Im Vergleich mit der Oberklasse, etwa von Apple oder Sony, geht man jedoch kleine Kompromisse ein. Das gilt auch für die elektronische Nebengeräuschunterdrückung, die gut, aber nicht sehr gut arbeitet. Im Flugzeug filterten die Airpods Pro 3 von Apple hörbar mehr weg. Die Moto Buds 2 Plus sind ein solider Allrounder mit einer sehr langen Akkulaufzeit von mehr als acht Stunden.
