Amanda Rojek weiß noch sehr genau, wie es sich anfühlt, alles zu geben, und doch viel zu langsam zu sein. 2015 kämpfte Westafrika mit dem größten Ebola-Ausbruch, den die Welt jemals erlebt hatte. Die Australierin schrieb gerade an ihrer Dissertation im Bereich Globale Gesundheit an der Universität Oxford. Doch nun wurden dringend Mediziner gesucht, die Forschung in der Krisenregion übernehmen könnten. Rojek bekam das Angebot, eine Studie mit einem experimentellen Medikament in Sierra Leone zu leiten.
Es war eine Zeit hektischer Improvisation. Internationale Forscherteams versuchten, in Westafrika klinische Studien aus dem Boden zu stampfen, während das Virus sich immer weiter ausbreitete – dabei gab es nicht einmal einen Konsens darüber, wie man unter solchen Bedingungen überhaupt seriös forschen konnte. »Wir haben so lange gebraucht, überhaupt anzufangen, dass wir erst gegen Ende des Ausbruchs zu einem Ergebnis kamen«, erinnert sich Rojek. Das von ihrer Gruppe untersuchte Mittel half nicht. »Ich war völlig deprimiert.«
