Die Künstlerin Betye Saar ist tot. Die für ihre Werke zu Schwarzer Identität, Kultur und Geschichte bekannte US-Amerikanerin starb am Sonntag im Alter von 99 Jahren in Los Angeles, wie ihre Familie bestätigte. In dieser Woche wäre sie 100 Jahre alt geworden.
Saar war eine zentrale Figur der Black-Art-Bewegung der Sechziger. Zu ihren bedeutendsten Arbeiten zählt das Werk Black Girl’s Window. Saar hat es 1969 fertiggestellt, die Arbeit wurde allerdings erst Jahrzehnte nach seiner Entstehung breiter bekannt, als es vom Museum of Modern Art erworben wurde. »Damals gab es in Los Angeles nicht viele Galerien und für Schwarze Künstler gab es schon gar keine«, sagte Saar darüber in einem Interview.
Eine weitere zentrale Arbeit heißt The Liberation of Aunt Jemima aus dem Jahr 1972. Saar deutete darin ein rassistisches Stereotyp aus der Unterhaltungskultur des 19. Jahrhunderts um. Die Schwarze Frau, die lächelnd weiße Sklavenhalter bedient, hält bei Saar ein Gewehr und eine Handgranate.
Laut Angela Robinson Witherspoon, die 2023 einen Dokumentarfilm über Saar produzierte, entstand das Werk als Reaktion auf die Ermordung des Bürgerrechtlers Martin Luther King Jr. »Ich glaube, sie hatte grenzenlose Energie, Kunst zu schaffen. Sie hatte viel zu sagen und war es leid, dass die Kunstwelt von weißen Männern dominiert wurde«, sagte Witherspoon.
