
Deutschland ist seit Jahren Ziel islamistisch motivierter Anschläge. Konnten in den 2000er Jahren geplante islamistisch motivierte Angriffe von den Behörden noch verhindert werden, kam es im März 2011 erstmals zu einem Anschlag mit Todesopfern. Damals erschoss der aus dem Kosovo stammende Arid Uka zwei US-Soldaten am Frankfurter Flughafen, zwei weitere wurden verletzt. Der Täter soll sich über das Internet radikalisiert haben. 2012 wird er zu lebenslanger Haft verurteilt.
26. Februar 2016, Hannover: Die 15 Jahre alte Safia S. sticht am Hauptbahnhof einem Bundespolizisten mit einem Gemüsemesser in den Hals. Der Beamte überlebt schwer verletzt. Das Oberlandesgericht Celle verurteilt sie zu einer Jugendstrafe von sechs Jahren. Die Tat diente aus Sicht des Gerichts der Unterstützung der Terrormiliz „Islamischer Staat“ (IS). Ermittler werten den Angriff als die erste vom IS in Deutschland in Auftrag gegebene Tat.
16. April 2016, Essen: Vor einem Sikh-Gebetshaus explodiert ein selbst gebauter Sprengsatz. Durch die Explosion werden ein Priester schwer und zwei weitere Gemeindemitglieder leicht verletzt. Das Landgericht Essen stellt einen islamistisch geprägten Hintergrund der drei angeklagten 17 Jahre alten Jugendlichen fest. Sie werden zu sieben Jahren sowie zu sechs Jahren und neun Monaten Jugendstrafe verurteilt.
18. Juli 2016, Würzburg: Der 17 Jahre alte Riaz Khan A. greift in einer Regionalbahn nahe Würzburg Fahrgäste mit einer Axt und einem Messer an. Fünf Menschen werden verletzt. Die Polizei erschießt den Täter auf der Flucht. Der IS reklamiert die Tat in einem Bekennervideo für sich.
April und Mai 2020, Waldkraiburg: Der 25 Jahre alte Muharrem D. verübt in Oberbayern mehrere Brand- und Sprengstoffanschläge auf Einrichtungen türkischstämmiger Inhaber. Es gibt einen Toten und fünf Verletzte. Der Täter bezeichnet sich als IS-Anhänger und gibt als Motiv Hass auf Menschen türkischer Herkunft an. Er wird zu einer Freiheitsstrafe von neun Jahren und sechs Monaten verurteilt.
6. November 2021, Landkreis Neumarkt: In einem ICE auf der Strecke von Passau nach Nürnberg greift der 27 Jahre alte Abdalrahman A. mehrere Reisende mit einem Messer an. Drei Menschen werden verletzt. Der Täter wurde zu einer Freiheitsstrafe von 14 Jahren verurteilt.
April 2023, Duisburg: In der Altstadt ersticht der 26 Jahre alte Maan D. einen Mann mit mindestens 28 Messerstichen. Neun Tage später greift er in einem Fitnessstudio vier Männer mit demselben Messer an, alle überleben. Der Täter wird zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe mit anschließender Sicherungsverwahrung verurteilt. Nach Auffassung des Oberlandesgerichts Düsseldorf handelte der Täter aus einer islamistischen, vom IS beeinflussten Motivation und wollte vermeintliche „Ungläubige“ töten. Eine direkte Anbindung an den IS oder eine andere Terrororganisation stellte das Gericht nicht fest.
21. Februar 2025, Berlin: Der 19 Jahre alte Syrer Wassim Al M. sticht am Holocaustmahnmal auf einen spanischen Touristen ein. Nach den Feststellungen des Kammergerichts wollte er dort im Namen des IS eine nicht muslimische Person – vorzugsweise einen israelischen Staatsbürger oder eine Person jüdischen Glaubens – angreifen. Der Täter wurde zu einer Freiheitsstrafe von 13 Jahren verurteilt.
5. September 2025, Essen: Der 17 Jahre alte Erjon S. soll auf eine Lehrerin seines Berufskollegs eingestochen sowie einen ihm bekannten Hausmeister an einer Grundschule und einen fremden Mann auf der Straße angegriffen haben. Nach Einschätzung der Bundesanwaltschaft handelte er mutmaßlich aus einer islamistischen Motivation heraus.
