Die schweren Waldbrände in Spanien halten weiter an. Inzwischen mussten mindestens 19.000 Menschen ihre Häuser verlassen, die meisten davon im Großraum Madrid, wie die Regionalpräsidentin Isabel Díaz Ayuso mitteilte. Sie bezeichnete den Brand als den schlimmsten in der Geschichte der Region. Bereits 6.000 Hektar Fläche wurden demnach verwüstet. Laut dem spanischen Innenministerium wurden im Großraum Madrid rund 63.000 Menschen aufgefordert, ihre Häuser zu verlassen oder in Gebäuden zu bleiben. Das Feuer dort war nach Behördenangaben »nicht zu löschen«.
Zuletzt schlossen sich westlich von Madrid zwei Waldbrände zu einem großen zusammen, wie Rettungskräfte mitteilten. Wegen der schweren Brände hatte Spanien für die Umgebung der Hauptstadt Madrid und eine weitere Region den Notstand ausgerufen. Dem öffentlich-rechtlichen Sender RTVE zufolge ist dies das
erste Mal, dass wegen Waldbränden ein Notstand erklärt wird.
Mindestens 110.000 Menschen in Frankreich betroffen
Auch in Frankreich verschlechtert sich die Lage. Wegen der sich ausdehnenden Waldbrände an der Atlantikküste mussten inzwischen rund 110.000 Menschen ihre Häuser verlassen, wie der französische Innenminister Laurent Nuñez mitteilte. Da der Wind gedreht hat, habe das Feuer seine Ausbreitungsrichtung geändert, sagte Nuñez dem Fernsehsender TF1. Die Flammen breiteten sich nun nach Osten in Richtung des Ballungsraums von Bordeaux aus. Die Stadt sei »vorerst« nicht bedroht. Dennoch wurde der Flughafen Bordeaux-Mérignac wegen der dichten Rauchentwicklung geschlossen.
Das Feuer hat sich mittlerweile auf 19.000 Hektar Fläche ausgedehnt, wie die Präfektur des betroffenen Gebiets Gironde mitteilte. Rund 1.000 Feuerwehrleute sind im Einsatz, um Menschen und Gebäude zu retten. 42 Einsatzkräfte wurden dabei leicht verletzt. Regierungschef Sébastien Lecornu berief für den späten Abend einen interministeriellen Krisenstab ein.
Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) bot Frankreich Unterstützung an. Die
Waldbrände in Frankreich hätten verheerende Auswirkungen und er habe
Präsident Emmanuel Macron Mitgefühl ausgesprochen, schrieb der Kanzler auf X. »Wir sind
bereit, Frankreich im Rahmen des EU-Katastrophenschutzmechanismus zu
helfen. Unsere Gedanken sind bei den Betroffenen und den
Einsatzkräften.«
