Als Bundesgesundheitsministerin hat Nina Warken (CDU) gerade ein Mammutprojekt über die Ziellinie gebracht. Ein Sparprogramm soll eine Finanzlücke von 18,8 Milliarden Euro bei den gesetzlichen Krankenkassen stopfen und Beitragserhöhungen vermeiden. Damit hat sie sich offenkundig Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) empfohlen.
Schon bei der Vorstellung der Gesundheitsreform im April zeigte sich Merz öffentlich begeistert von seiner Parteikollegin. Mut, Augenmaß, Ehrlichkeit und Empathie habe Warken bewiesen. «Der Entschlossenheit und dem Tempo, das du hier vorgelegt hast, gebührt allergrößte Anerkennung», sagte Merz damals. Jetzt holt er die 47-jährige Juristin übereinstimmenden Medienberichten zufolge als Managerin der Macht ins Kanzleramt. Sie würde Thorsten Frei folgen, wenn der aus der Regierungszentrale an die Spitze der Unionsfraktion wechselt.
Seit mehr als zehn Jahren in Berlin
Vor ihrer Zeit als Gesundheitsministerin war Warken öffentlich kaum bekannt. Doch hatte die Baden-Württembergerin schon von 2021 bis 2025 eine Führungsposition in der Unionsfraktion: Sie war parlamentarische Geschäftsführerin. Im Bundestag sitzt Warken mit einer kurzen Unterbrechung seit 2013.
Daneben war sie von 2023 bis 2025 Generalsekretärin der CDU Baden-Württemberg, der sie seit 1999 angehört. 2025 wurde sie Vorsitzende der Frauen Union. In ihrer Bewerbung nannte sie damals eine «weitere Erhöhung der Sichtbarkeit der Frauen Union und der frauenpolitischen Themen» als Ziel. Das dürfte mit ihrem Jobwechsel einen Schritt näher rücken in einer Partei, die sonst fast nur Männer in der ersten Reihe präsentiert.
Tennisspielerin aus Tauberbischofsheim
Warken wurde am 15. Mai 1979 in Bad Mergentheim geboren und machte Abitur in Tauberbischofsheim. Von 1998 bis 2002 studierte sie Jura in Heidelberg, legte bis 2005 beide Staatsexamen ab und war seit 2006 als Rechtsanwältin tätig. Derzeit lässt sie ihre Zulassung ruhen.
In der CDU begann sie ihre Karriere 1999 in der Jungen Union und saß ab 2004 20 Jahre lang im Stadtrat von Tauberbischofsheim. Die Katholikin sagt über sich selbst: «Ich bin Mutter von drei Söhnen, verheiratet, Rechtsanwältin, Hobby-Tennisspielerin und mein ganzes Leben lang stolze Tauberbischofsheimerin.»
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