
Bei einem mutmaßlichen Separatistenanschlag sind im Süden Thailands fünf thailändische Sicherheitskräfte getötet und sechs Zivilisten verletzt worden. Unter den Verletzten seien auch ein drei Jahre altes Mädchen und ein zehn Jahre alter Junge, wie das thailändische Militär am Donnerstag Nachrichtenagenturen zufolge mitteilte. Das Ziel des Anschlags war demnach ein Checkpoint in der Nähe einer Wohnsiedlung in der Provinz Narathiwat.
Dort seien am Mittwochabend etwa zehn schwarz gekleidete Angreifer in einem Pick-up-Truck und auf Motorrädern vorgefahren und hätten die dort stationierten paramilitärischen Sicherheitskräfte mit Schusswaffen und Rohrbomben angegriffen. Den Behörden zufolge erbeuteten die Angreifer drei AK-47-Gewehre, drei kugelsichere Westen und mehrere Mobiltelefone. Sicherheitskräfte fanden den bei dem Angriff verwendeten Pick-up später verlassen und ausgebrannt vor.
Seit 2004 mehr als 7800 Todesopfer
Die Regierung verurteilte den Anschlag als einen Terrorakt, der „eine ernsthafte Bedrohung für die nationale Sicherheit“ darstelle. Er untergrabe die jüngsten Bemühungen der Regierung zur Wiederbelebung des Friedensprozesses in der Unruheregion entlang der Grenze zu Malaysia, in der es seit Jahrzehnten immer wieder zu schweren Anschlägen kommt. Einer Nichtregierungsorganisation zufolge sind dabei seit 2004 mehr als 7800 Menschen getötet worden.
Die verschiedenen Separatistengruppen kämpfen in den Provinzen im sogenannten Tiefen Süden Thailands, Narathiwat, Pattani und Yala sowie Teilen der Provinz Songkhla für mehr Eigenständigkeit. In dem Gebiet sind mehr als 70 Prozent der Einwohner malaiisch-muslimischer Herkunft. Im mehrheitlich buddhistischen Thailand machen sie aber weniger als fünf Prozent der Gesamtbevölkerung aus. Sie klagen über Diskriminierung und Menschenrechtsverletzungen durch das Militär.
Der Islam hatte sich mit dem Handel in der Region seit dem 15. Jahrhundert ausgebreitet, ähnlich wie in den Nachbarländern Malaysia und Indonesien. Das im Gebiet der heutigen Südprovinzen gelegene Sultanat Pattani war im Anglo-Siamesischen Vertrag von 1909 aber dem Königreich Thailand zugesprochen worden. Die benachbarten Gebiete wurden zur Kolonie British Malaya gezählt.
