Der Personennahverkehr auf der Schiene muss sich in diesem Jahr auf eine deutlich höhere Maut einstellen. Im Vergleich zu den
bisherigen Beträgen müsse der Nahverkehr rund 400 Millionen
Euro zusätzlich stemmen, ordnete die Bundesnetzagentur in Bonn an. Damit drohen steigende Ticketpreise für Fahrgäste, falls Bund und Länder keine Möglichkeit finden, die Mehrkosten für die
Verkehrsunternehmen abzufedern.
Der
Regionalverkehr leidet bereits seit Jahren unter stark gestiegenen
Energie-, Kraftstoff- und Personalkosten. Die Ticketpreise sind
vielerorts deutlich gestiegen, auch das Deutschlandticket-Abo
wurde deutlich teurer. Die Bundesregierung arbeitet an einer
Reform des Trassenpreissystems.
Bei den Trassenpreisen handelt es sich um eine Art Schienenmaut,
die die Verkehrsunternehmen für die Nutzung der Infrastruktur an den
Netzbetreiber Deutsche Bahn zahlen müssen. Für den Regionalverkehr waren
die Kosten bisher allerdings gedeckelt – zulasten vom Güter- und
Fernverkehr, der nun in der Größenordnung von rund 400 Millionen Euro entlastet werden soll.
Der Europäische Gerichtshof (EuGH) hatte im März entschieden, dass der bisherige Preisdeckel nicht mit europäischem Recht vereinbar ist. Die Berechnung
verstoße gegen EU-Vorgaben, weil sie zu unflexibel sei, urteilten die
Richterinnen und Richter in Luxemburg. Das Verwaltungsgericht Köln hatte
sich mit dieser Frage an den EuGH gewandt. Die Infrastruktursparte der
Deutschen Bahn, DB InfraGo, ihr Tochterunternehmen, die DB Regionetz
Infrastruktur, und weitere Beteiligte hatten das Trassenpreissystem für
das Jahr 2025 gerichtlich angefochten.
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