Norwegens erfolgreichster Ruderer, der zweifache Olympiasieger Olaf Tufte, ist tot. Er sei am Dienstag im Nationalkrankenhaus gestorben, nachdem er tags zuvor bewusstlos auf seinem Hof gefunden worden war, berichten norwegische Medien mit Verweis auf eine Mitteilung seiner Familie. Rettungskräfte hätten ihn erstversorgt, aber nicht am Leben erhalten können. Der Sportler war 50 Jahre alt. Er hinterlässt seine Frau und zwei Kinder.
Die Nachricht löste in Norwegen unter Sportlern und Politikern große Betroffenheit aus. »Tufte hat unserem Land unzählige Momente der Freude am Sport geschenkt. Er war einer der größten Sporthelden Norwegens, ein hochdekorierter Olympiateilnehmer, einer der besten Ruderer, die wir je hatten, und für viele ein großes Vorbild. Mein tief empfundenes Mitgefühl gilt seiner Familie und seinen Angehörigen«, sagte Ministerpräsident Jonas Gahr Støre.
Der Weltverband World Rowing würdigte Tufte, der sich im Alter von 45
Jahren noch mit dem Doppelvierer für die Sommerspiele von Tokio 2021
qualifiziert hatte, als »harten Wettkämpfer auf dem Wasser und
großartigen Freund abseits davon«.
Schock für die Ruderwelt
Tufte zählt zu den erfolgreichsten Einer-Ruderern der Geschichte. Der Norweger hatte bei den Olympischen Spielen 2004 in Athen und 2008 in Peking Gold gewonnen und war außerdem 2001 und 2003 Weltmeister im Einer geworden. Auch im höheren Alter war er noch erfolgreich: Mit 40 Jahren feierte der Ruderer 2016 in Rio de Janeiro mit Olympia-Bronze im Doppelzweier seine letzte Medaille. Fünf Jahre später belegte er mit 45 Jahren bei den Olympischen Spielen in Tokio im Doppelvierer den neunten Platz.
Zugleich war Tufte ein Rivale des früheren deutschen Ruder-Weltmeisters Marcel Hacker. Der Magdeburger musste sich bei der WM 2002 in Sevilla gegen Tufte geschlagen geben.
Noch am vergangenen Freitag habe Tufte Talente trainiert, die Norwegen in wenigen Tagen bei den Ruder-Europameisterschaften vertreten sollten, sagte Frank Ove Reite, Präsident des norwegischen Ruderverbandes. »Olaf war ein großartiger Familienvater, Mensch und Sportler. Wir müssen das erst begreifen – es ist ein Schock für den gesamten norwegischen Rudersport. Dafür gibt es keine Worte.«
