
Ein Nebenkriegsschauplatz der personalpolitischen Unionsnöte ist Bayern. Die CSU plagt spätestens seit der Kommunalwahl der Gedanke, dass der starke Mann in der Staatskanzlei zu schwach sein könnte.
Was Söder stutzig machen muss
Söders Verteidigung muss nun durch den Rücktritt von Jens Spahn noch ein Feld mehr im Blick haben. Alexander Dobrindt als Fraktionsvorsitzender? Als Kanzleramtschef? Das sind wüste Spekulationen. Kaum zu glauben, dass Friedrich Merz so unklug wäre, die eigene Partei bei der Neubesetzung derart vor den Kopf zu stoßen, nur um Thorsten Frei zum Innenminister machen zu können.
Und für Söder hieße das, dass da jemand so stark wird, wie es sich die CSU von ihm selbst wünschte. Allein, dass Dobrindt genannt wird, muss ihn stutzig machen.
Söder muss außerdem das Schloss Bellevue im Blick behalten. Ein Amt für Ilse Aigner? Er als Königinmacher? Immerhin wäre der Ministerpräsident in diesem Fall eine Konkurrentin los. Aber das Kanzleramt kann er dann endgültig vergessen. So viel CSU ist zu viel. Alles keine rosigen Aussichten. Wen auch immer Merz und Söder der Fraktion vorschlagen werden, ein zweiter Spahn wäre Söder sicher am liebsten.
