Der Behindertenbeauftragte des Bundes, Jürgen Duse, hat hohe Hürden
bei der Nutzung des Öffentlichen Nahverkehrs für Menschen mit Behinderungen beklagt. »Vielerorts funktionieren
die Aufzüge oft wochenlang nicht, gerade in ländlichen Gebieten gibt es bei
Bushaltestellen noch immer Stufen und enge Flächen«, sagte Duse der Nachrichtenagentur dpa.
Bundesländer
und Kommunen sind eigentlich dazu verpflichtet, den öffentlichen
Personennahverkehr barrierefrei zu gestalten. Durch das Personenbeförderungsgesetz hätten
sie bereits bis 2022 vollständige Barrierefreiheit
umsetzten müssen. »Das wurde nicht erfüllt«, sagte Duse.
Hintergrund der Äußerungen ist eine Untersuchung des
ADAC von etwa 150 Haltestellen von Bussen und Straßenbahnen in deutschen Städten,
die teils von Betroffenen begleitet wurde. Das Ergebnis: Oft ist der Einstieg
für Menschen mit Behinderung, Rollator oder Kinderwagen erschwert.
Insgesamt erfüllen demnach nur 20 Prozent der untersuchten Straßenbahnhaltestellen empfohlene
Abstände zwischen Bordsteinkante und Fahrzeug. Nur in diesen Fällen würde ein Ein-
und Ausstieg auch ohne Rampe gelingen. Bei den Bussen hielten nur drei
Prozent passgenau, wie der Automobilclub mitteilte.
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