
Mit der Errichtung eines Werks in Algerien will Opel seine Verkaufszahlen in dem nordafrikanischen Land steigern. Opel-Chef Florian Huettl unterzeichnete am Freitag anlässlich des deutsch-algerischen Wirtschaftsforums in Berlin eine Absichtserklärung, nach der in die geplante Fahrzeugfabrik auch eine eigene Motorenfertigung integriert werden soll. Während Huettl die Ansiedlung eines Fahrzeugwerks in Algerien schon im Januar angekündigt hatte, sind die Pläne für die Motorenfertigung neu.
Aktuell ist der italienische Autobauer Fiat, der wie Opel zum Stellantis-Konzern gehört, der einzige Pkw-Hersteller, der in Algerien produziert. Das geht aus einer Übersicht der deutschen Gesellschaft für Außenwirtschaft und Standortmarketing, Germany Trade & Invest, hervor. Andere Autobauer – auch Opel – exportieren Fahrzeuge in das nordafrikanische Land, dies lässt der algerische Staat allerdings nur in begrenztem Umfang zu.
Wann und wo genau Opel seine Fabrik errichten wird, lässt sich nach Angaben einer Unternehmenssprecherin noch nicht sagen. „Das Projekt wird die Entwicklung der algerischen Automobilindustrie fördern und gleichzeitig die erforderlichen lokalen Produktionskapazitäten für Opel schaffen“, teilte Opel-Chef Huettl mit. Laut Germany Trade & Invest haben auch mehrere asiatische Autobauer, unter diesen Hyundai aus Südkorea und Geely aus China, die Errichtung von Produktionsstätten in Algerien angekündigt.
Die Außenwirtschaftsexperten erinnern allerdings daran, dass Hyundai, Renault und auch Volkswagen vor rund zehn Jahren schon einmal Werke in Algerien eröffnet hatten – und diese wieder aufgaben. Hintergrund waren laut Germany Trade & Invest Vorwürfe, die ausländischen Hersteller nutzten ihre Fabriken für verdeckte Importe. Die algerische Regierung habe daraufhin eine Untersuchungskommission eingesetzt und schließlich den Import wichtiger Werkzeuge verboten. 2020 sei deshalb die Produktion in Algerien zum Erliegen gekommen.
