
Nach Angriffen auf Pressevertreter bei Protesten gegen den AfD-Bundesparteitag in Erfurt am ersten Juliwochenende hat die Thüringer Polizei drei Tatverdächtige identifiziert. Eine neu eingerichtete Arbeitsgruppe vernahm Zeugen und wertete Bild- sowie Videomaterial aus, teilte die Polizei mit. Bei drei mutmaßlichen Attacken konnten die Ermittler demnach je einen Verdächtigen ausmachen.
Drei Vertreter eines Onlinemagazins (gemeint ist das Portal „Apollo News“) seien von mehreren Angreifern bedrängt, beleidigt und durch Schläge und Tritte verletzt worden. In dem Fall sei bislang ein 21-Jähriger als Tatverdächtiger identifiziert, es werde weiter ermittelt.
In einem weiteren Fall sei ein Journalist (der für die „Junge Freiheit“ berichtete) geschlagen worden, sein Handy sei ihm weggenommen worden, führte die Polizei aus. Hier gebe es drei Verdächtige, von denen einer identifiziert worden sei. Im Fall eines Livestreamers, der Anzeige wegen Nötigung erstattet hatte, sei inzwischen ein Tatverdächtiger namentlich bekannt.
Die Polizei wertet nach eigenen Angaben auch Aufnahmen aus, die in sozialen Netzwerken veröffentlicht wurden. Die Auswertung sei noch nicht abgeschlossen. Insgesamt hatte die Thüringer Polizei nach dem von Protesten und Blockaden begleiteten AfD-Bundesparteitag in Erfurt eine positive Einsatzbilanz gezogen. Angesichts zehntausender Versammlungsteilnehmer sei das Wochenende „überwiegend friedlich“ verlaufen, erklärten die Beamten unmittelbar nach dem Wochenende. Sie sprach von vereinzelten Angriffen auf Medienschaffende und Livestreamer. Vier Menschen seien dabei verletzt worden.
