
Vor wenigen Wochen hat der neue BMW-Chef Milan Nedeljković den Vorstand des Münchner Automobilherstellers zu einem Strategieworkshop im konzerneigenen Gut Schwärzenbach versammelt. Vieles würde sich unter dem Nachfolger von Oliver Zipse ändern. Das war die Botschaft. Und Nedeljković fängt im Vorstand an. Die langjährige Personalchefin Ilka Horstmeier gibt ihr Amt „im Einvernehmen mit dem Aufsichtsrat und im gemeinsamen Interesse einer frühzeitigen Nachfolgeregelung“ ab, wie das Unternehmen am Donnerstag bekannt gab.
Ihre Nachfolgerin steht auch schon fest und kommt – ungewöhnlich für BMW – nicht aus den eigenen Reihen, sondern von außen: Lufthansa-Managerin Dorothea von Boxberg, derzeit Chefin von Brussels Airlines, wird zum 1. September in den Vorstand berufen und zur Arbeitsdirektorin ernannt. Zuvor war die 52 Jahre alte Wirtschaftsingenieurin in mehreren Leitungsfunktionen in der Fluggesellschaft aktiv, darunter als Chefin der Lufthansa Cargo AG.
Gerüchte über Stellenabbau
Auf den neuen Personalvorstand kommt viel Arbeit zu. Seit Wochen halten sich Gerüchte, dass BMW im großen Stil Arbeitsplätze abbauen könnte. Die Rede ist von 6.000 bis 8.000 Stellen, kommentiert wurde das bisher vom Unternehmen nicht. BMW-Aufsichtsratschef Nicolas Peter wird in der Mitteilung mit den Worten zitiert, Dorothea von Boxberg verfüge „über die entscheidende Führungsstärke, um die erforderliche strukturelle Transformation der BMW Group in den kommenden Jahren voranzutreiben“. Und auch Nedeljković stellte auf die derzeit schwierige Lage ab. BMW stehe „vor neuen Herausforderungen, die eine konsequente Anpassung unserer Strukturen und Arbeitsweisen erfordern“, hieß es.
Der Wechsel im Vorstand kommt schnell und unerwartet. Horstmeier, deren Vertrag noch ein Jahr gelaufen wäre, hat wie viele ihrer Kollegen eine steile Karriere im Konzern gemacht. Die 57-Jährige galt wie Entwicklungsvorstand Joachim Post als aussichtsreicher Kandidat für die Nachfolge von BMW-Chef Zipse. Am Ende setzte der Aufsichtsrat jedoch wie bei den vorangegangenen drei Vorsitzenden auf den Produktionschef, den fast gleichaltrigen Nedeljković. Chefaufseher Peter bescheinigte Horstmeier, „dem Personalwesen der BMW Group entscheidende Impulse gegeben“ zu haben.
