Wegen der angespannten Wasserversorgung in den heißen Sommerwochen hat die Stadt München Verbote erlassen. Private Pools dürfen ab sofort nicht mehr befüllt und Rasen nicht länger bewässert werden, wie aus einer Allgemeinverfügung hervorgeht, die mit sofortiger Wirkung in Kraft tritt. Untersagt ist demnach auch das Abpumpen von Wasser aus Seen und Flüssen. Bei Verstößen drohen Bußgelder von bis zu 50.000 Euro.
Hintergrund der Maßnahme sei, dass bisherige Appelle der Behörden, angesichts der Trockenheit und Hitze sparsam mit Wasser umzugehen, nicht ausreichten. Die Verfügung gilt bis zum 1. August. Bei anhaltender Trockenheit ist eine Verlängerung möglich.
Waschen von Privatfahrzeugen ebenfalls eingeschränkt
Verboten ist zudem die Entnahme von Wasser zum Befüllen und für den Betrieb von Springbrunnen, Wasserspielanlagen und Wassertonnen sowie das Gießen und die Bewässerung von privat genutzten Haus- und
Kleingärten oder Schrebergärten in der Zeit von 9 bis 19 Uhr. Unzulässig ist zudem das Waschen von privaten Fahrzeugen außerhalb gewerblicher Waschanlagen und das Abspritzen von
privat genutzten Terrassen, Wänden, Straßen, Dächern, Hof- und
Wegflächen.
Untersagt ist auch, Wasser aus Oberflächengewässern im Stadtgebiet
München für die genannten Zwecke zu entnehmen. Eine Ausnahme gilt, wenn das Wasser zum Tränken von Vieh und für den Bedarf in der
Landwirtschaft genutzt oder vollständig wieder ins Gewässer zurückgeleitet wird.
Zuletzt sei der Wasserverbrauch in München auf
mehr als 360 Millionen Liter pro Tag gestiegen, teilte ein Sprecher der Stadtverwaltung mit.
Der Durchschnittswert liege normalerweise bei 300 Millionen Liter. Die
für die kommenden Tage vorhergesagten Niederschläge würden voraussichtlich nicht
ausreichen, um die Wassersituation zu entspannen. Der Stadtwerke-Vorsitzende Florian Bieberbach
ergänzte, die Allgemeinverfügung schließe das gesamte
Wasserversorgungsnetz ein, also auch angeschlossene Umlandgemeinden und
Ortsteile.
»Wasser ist unser kostbarstes Lebensmittel«
»Nach einem außergewöhnlich trockenen Winter
und Frühling sind die vorhandenen Ressourcen der Wasserversorgung
Münchens derzeit äußerst strapaziert«, sagte Münchens Oberbürgermeister Dominik
Krause (Grüne). Deshalb habe er in Abstimmung mit dem Referat für Klima-
und Umweltschutz und den Stadtwerken entschieden, verpflichtende
Sparmaßnahmen zu ergreifen. Krause appellierte an die Bürger, »sich an die
Regeln zu halten, damit sich die Grundwasserpegel erholen. Wasser ist
unser kostbarstes Lebensmittel, lassen Sie uns damit sorgsam umgehen.«
Ende Juni hatte die Stadt Landau an der Isar in Niederbayern bereits ein
Bewässerungsverbot erlassen. Zahlreiche weitere Kommunen im Freistaat
forderten ihre Bürger zudem zum Wassersparen auf. Zuletzt hatten auch etliche Landkreise und Städte in Brandenburg die Nutzung von Wasser aus Flüssen und Seen eingeschränkt oder verboten.
