
In den ersten sechs Monaten dieses Jahres haben rund 28,9 Millionen Passagiere den Frankfurter Flughafen genutzt. Das sind 0,8 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum, wie der Betreiber Fraport am Montag mitteilte.
Besonders zurückgegangen sind in der Gunst der Passagiere Ziele im Nahen Osten. Infolge des Ausbruchs des Irankriegs reisten nur rund 880.000 Passagiere in die Region, 35 Prozent weniger als im ersten Halbjahr 2025. Stark zugelegt haben hingegen Ziele in Afrika (plus acht Prozent auf 1,6 Millionen Passagiere) und in Fernost (plus 6,4 Prozent auf 3,3 Millionen Passagiere).
Die Streiks bei der Lufthansa im Frühjahr schlugen in Frankfurt ins Kontor. 700.000 Passagiere waren davon betroffen, die nun in der Statistik fehlen. Der Irankrieg hat den Flughafen weitere Passagiere gekostet. Ein weiterer Sonderfaktor war die Debatte um das Kerosin. Die „Befürchtungen um eine Kerosin-Mangellage und massive Ölpreissteigerungen haben zu einer spürbaren Buchungszurückhaltung geführt, und gleichzeitig zu einem teils deutlich reduzierten Angebot der Airlines“, sagte Fraport-Chef Stefan Schulte am Montag.
Konzernweit bislang 77,7 Millionen Passagiere
Für das Gesamtjahr rechnet man in Frankfurt mit Passagierzahlen „in etwa auf dem Niveau des Vorjahres“, sagte Schulte weiter, also mit rund 63 Millionen Passagieren. Damit ist die Prognose nach unten korrigiert worden: Als Ziel war eigentlich ein Wachstum von vier bis fünf Prozent im Vergleich zu 2025 auf 65 bis 66 Millionen Fluggäste angesetzt worden. Doch schon bei der Hauptversammlung im Mai hatte Fraport mitgeteilt, es sei nicht absehbar, ob dieses Ziel erreicht werde.
An den zum Jahresbeginn gesteckten finanziellen Zielen will Fraport allerdings festhalten. Danach rechnet der Frankfurter Flughafenbetreiber für dieses Jahr mit einem leicht verbesserten Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen von bis zu 1,5 Milliarden Euro (2025 rund 1,4) und einem leicht verschlechterten Konzernergebnis von 300 bis 400 Millionen Euro (2025 rund 468 Millionen Euro). Laut den Zielen sollte insbesondere das operative Kerngeschäft durch erhöhte Flughafenentgelte und eine positive Verkehrsentwicklung deutlich zulegen. Letzteres ist bislang, speziell in Frankfurt, nicht eingetreten. Der Heimatstandort werde sich „dämpfend auf die Ergebnisentwicklung im Gesamtjahr“ auswirken, sagte Schulte.
Der Optimismus speist sich vor allem aus dem Auslandsgeschäft, das sich abermals überwiegend positiv entwickelt: Das Passagieraufkommen in Ljubljana legte im ersten Halbjahr um 14,7 Prozent zu im Vergleich zu den ersten sechs Monaten 2025, die 14 griechischen Flughäfen zählten mit 13,7 Millionen Passagieren rund 5,4 Prozent mehr, auch die Airports in Bulgarien legten zu. Am Flughafen in der Türkei wurden 5,5 Prozent weniger Passagiere abgewickelt (13,6 Millionen). Allein im Juni ging die Zahl der Passagiere um knapp zehn Prozent zurück, was ebenfalls mit der geopolitischen Lage begründet wird. Konzernweit wuchs das Passagieraufkommen insgesamt um ein Prozent auf 77,7 Millionen Fluggäste.
Das Frachtvolumen wuchs in Frankfurt leicht um einen Prozent auf eine Million Tonnen im ersten Halbjahr 2026, konzernweit waren es knapp 1,2 Millionen Tonnen (plus 1,5 Prozent). Die Zahl der Starts und Landungen sank in Frankfurt um 3,8 Prozent auf knapp 211.000, konzernweit blieb sie mit knapp 590.000 weitgehend stabil.
