Das US-Militär hat nach eigenen Angaben erneut Ziele im Iran angegriffen. Die Attacken seien eine Reaktion auf einen Angriff der iranischen Revolutionsgarde auf ein unter zyprischer Flagge fahrendes Containerschiff in der Straße von Hormus, teilte das für die Region zuständige US-Regionalkommando Centcom auf der Plattform X mit.
Ein ziviles Besatzungsmitglied wird demnach vermisst. Das Schiff sei wegen eines Feuers an Bord sowie erheblicher Schäden im Maschinenraum nicht in der Lage, seine Reise fortzusetzen.
Irans Revolutionsgarde hatte zuvor mitgeteilt, Warnschüsse auf ein Schiff in der Meerenge abgegeben zu haben. Das Schiff habe die maritime Sicherheit in der Meerenge gefährdet, teilte die Revolutionsgarde über Telegram mit. Demnach sollen mehrere Schiffe versucht haben, eine nicht genehmigte Route zu befahren. Sie hätten Aufforderungen der Revolutionsgarde ignoriert, ihre Route zu korrigieren. Infolge dieses Vorfalls werde die Straße von Hormus »bis auf Weiteres« und bis zum »Ende der US-Einmischung in dieser Region« geschlossen.
USA werfen Iran erneut Verstoß gegen Rahmenabkommen vor
Der Iran habe mit dem Angriff auf das Schiff eine weitere Gelegenheit verpasst, sich an das Mitte Juni mit den USA ausgehandelte Rahmenabkommen zu halten, hieß es in der Mitteilung von Centcom weiter. Bereits zum dritten Mal in dieser Woche griff das US-Militär den Iran an.
Die Eskalation folgt einer Woche zunehmender Spannungen und gescheiterter Vermittlungsbemühungen. US-Präsident Donald Trump hatte am Freitag zwar erklärt, die Gespräche mit dem Iran würden fortgesetzt, zugleich aber den Waffenstillstand für beendet erklärt. Zuvor hatten hochrangige US-Vertreter den Iran öffentlich aufgefordert, die Angriffe auf Schiffe in der Meerenge einzustellen und alle Seewege offenzuhalten. Vermittler aus Katar und Pakistan sowie dem Oman hatten sich um die Fortsetzung der Verhandlungen bemüht.
Der Iran und die USA hatten sich Mitte Juni auf ein Rahmenabkommen geeinigt, das den Weg für ein dauerhaftes Ende des Kriegs ebnen soll. Darin war vereinbart worden, innerhalb von 60 Tagen einen endgültigen Deal auszuhandeln. Es beinhaltet auch die Forderung nach einer Öffnung der für den Handel wichtigen Straße von Hormus. Seit Anfang April galt zudem eine Waffenruhe. Trotzdem kam es immer wieder zu neuen Angriffen.
