Es kümmert nicht, ob wir alle sterben. Damit hätte eigentlich
schon alles gesagt und gesungen sein können. »It doesn’t matter if we all die«,
so sang es Robert Smith in der ersten Zeile des ersten Lieds auf dem Album
Pornography seiner Gruppe The Cure aus dem Jahr 1982, darunter trommelte eine
Beatbox einen stoischen Rhythmus, und die Gitarre von Robert Smith sägte sich
in gleißenden Zirkeln tief in das Ohr. Pornography war der Nullpunkt des Pop.
So bleiern, verzweifelt, hoffnungslos, zornig und im Zorn gleichermaßen
vergeblich gegen die Verzweiflung aufbegehrend hat davor und danach niemals
wieder etwas geklungen. Das Lied, das am Anfang von Pornography steht, heißt One
Hundred Years, und es ist immer noch ein Monster von einem Song: Am Freitag
stand es im Zentrum des Konzerts, das The Cure in der Berliner Parkbühne
Wuhlheide gaben, der erste von drei Auftritten in dem idyllischen Rund, die
Sonne war gerade endgültig verschwunden, als die Band schließlich eine
Zehn-Minuten-Version von One
Hundred Years aufführte: »Over and over / We die one after the other / It feels like a hundred years«.
