Eierstöcke kann man sich vorstellen wie fleißige Fabrikarbeiterinnen: Jahrzehntelang tun sie brav das Immergleiche. Sie lassen Eizellen reifen, produzieren Hormone, halten den Zyklus am Laufen und sorgen dafür, dass wir uns vermehren können. Nur gehen sie – anders als Fabrikarbeiterinnen – bereits mit Mitte, Ende vierzig in Altersteilzeit. Ungefähr zwischen 50 und 55 Jahren verabschieden sich die meisten komplett in den Ruhestand, die Postmenopause.
Frauen schleppen also gut ein Drittel ihres Lebens ein Organ durch, das absolut gar nichts tut. So dachte man bislang jedenfalls. Eine neue Studie im Wissenschaftsmagazin Molecular Human Reproduction legt nun nahe: Die Eierstöcke werden gar nicht zu Rentnerinnen, sie wechseln im Alter nur den Job. Gesellschaftlich betrachtet, sind sie damit quasi ein Vorbildorgan.
