Die Bundeswehr hat entschieden, ihr Feldlager im nordirakischen Erbil zu räumen. Eine Sprecherin des Verteidigungsministeriums bestätigte einen Bericht des Spiegel, wonach der Bundestag darüber informiert worden war.
Deutschland will seine militärische Präsenz in der Region damit verkleinern, die Ausbildung der kurdischen Peschmerga, also der Sicherheitskräfte der autonomen kurdischen Region im Nordirak, aber grundsätzlich fortsetzen. Dafür soll nach Angaben des Ministeriums weiterhin ein Team von Militärberatern an der deutschen Botschaft im Irak bleiben.
Feldlager wiederholt angegriffen
Auslöser war zum einen das absehbare Ende der internationalen Operation Inherent Resolve, an der die Bundeswehr im Nordirak beteiligt war. Dieser multinationale Einsatz lief auf Beschluss der irakischen Regierung Ende September aus, weshalb die internationale Militärhilfe neu geordnet werden sollte.
Zum anderen spielte die Sicherheitslage in Erbil eine wichtige Rolle. Das Feldlager am Rande des Flughafens war seit den amerikanisch-israelischen Angriffen auf den Iran im Frühjahr wiederholt von Raketen- und Drohnenangriffen getroffen worden. Die Angriffe richteten sich zwar nicht gegen die Bundeswehr, wegen der räumlichen Nähe im multinationalen Camp aber musste auch diese immer wieder in die Schutzbunker.
Nach Informationen der Nachrichtenagentur dpa war der deutsche Teil des Camps deshalb zeitweise geräumt worden, später aber wieder genutzt worden. Dem Spiegel zufolge wurde der Abzug auch damit begründet, dass sich die USA aus dem multinationalen Lager zurückziehen und damit Schutzsysteme wie die amerikanische Flugabwehr wegfallen würden.
Mit dem Abzug der Bundeswehr aus dem Gebiet endet ein langjähriger Einsatz. 2015 hatte die Bundesregierung wegen des Vormarsches der Terrormiliz »Islamischer Staat« entschieden, deutsche Ausbilderinnen und Ausbilder zur Unterstützung der Peschmerga in den Nordirak zu schicken. Auch mit Waffenlieferungen unterstützte Deutschland die Peschmerga.
