
Unter anderem werde Mexiko eine Beschwerde bei der Interamerikanischen Menschenrechtskommission (CIDH) einreichen, kündigte Sheinbaum an. Das Außenministerium werde weitere Maßnahmen vorbereiten. Die Präsidentin betonte, das einzige Vergehen des getöteten Familienvaters habe darin bestanden, keine Papiere besessen zu haben, obwohl er bei einem amerikanischen Unternehmen angestellt gewesen sei.
Die lokale Tageszeitung „Houston Chronicle“ kritisierte in einem Kommentar das Vorgehen der Behörde scharf; „ICE lügt. Und nun haben sie einen Einwohner von Houston getötet.“ In der Kolumne heißt es weiter. „Lorenzo Salgado Araujo war kein Krimineller. Er war auf dem Weg zur Arbeit, als Beamte der US-Einwanderungs- und Zollbehörde ihn im hellen Licht der Morgendämmerung vor einem Friseursalon und einem Dollar-Laden erschossen.“
Lokale Medien berichteten, der 52 Jahre alte Salgado Araujo sei am Dienstag im Stadtteil Magnolia Park in Houston erschossen worden. Laut offiziellen Angaben der Behörde handelte der ICE-Beamte in Notwehr, weil sich der Einwanderer den Anweisungen widersetzt und versucht habe, einen Beamten mit seinem Transporter zu überfahren.
Die südtexanische Millionen-Metropole ist die viertgrößte Stadt der Vereinigten Staaten. In den vergangenen 15 Jahren sind rund 880.000 Einwohner hispanischer Herkunft nach Houston gezogen. Mehr als drei Millionen der knapp acht Millionen Einwohner in der Metropolregion haben lateinamerikanische Wurzeln, mehr als zwei Drittel davon sind mexikanischer Herkunft.
In der mexikanischen Gemeinschaft von Houston haben die tödlichen Schüsse große Anteilnahme ausgelöst. Es wird erwartet, dass es am Wochenende zu weiteren Demonstrationen kommt.
