Die Bundespolizei hat im vergangenen Jahr mehr Gewaltdelikte an Bahnhöfen und anderen Orten, an denen sie für die Sicherheit zuständig ist, festgestellt. Wie aus dem Jahresbericht 2025 hervorgeht, stieg die Zahl der Gewaltdelikte im Vergleich zum Vorjahr um etwas mehr als vier Prozent auf rund 35.400 Fälle.
Damit sind Gewaltdelikte wie Körperverletzung und Raub gemeint, Straftaten gegen das Leben, Widerstand gegen die Staatsgewalt sowie Straftaten gegen die persönliche Freiheit und Taten, die sich gegen die öffentliche Ordnung richten. Den größten Bereich mit 19.864 Fällen stellten Körperverletzungsdelikten dar. Sexualdelikte werden separat erfasst, hier ist die Zahl mit 2.828 Delikten nahezu gleich geblieben. Bei Gewaltdelikten mit bekannten Tatverdächtigen lag der Anteil deutscher Staatsangehöriger demnach bei 53 Prozent. Ein Messer wurde bei nur knapp vier Prozent aller Gewaltdelikte mitgeführt.
Die Zahl der Angriffe auf Beamtinnen und Beamte der Bundespolizei erreichte 2025 laut der Statistik mit 3.185 Angegriffenen einen neuen Höchstwert seit Einführung der Erhebung vor 25 Jahren. Vor allem an Bahnhöfen wurden die Beamten angegriffen (2.330 Fälle).
Deutlich weniger illegale Einreisen
Insgesamt registrierte die Bundespolizei in ihrem Zuständigkeitsbereich weniger Straftaten als im Jahr zuvor. Es waren insgesamt 604.700, ein Rückgang von rund sechs Prozent. Das liegt laut der Bundespolizei vor allem daran, dass es weniger Verstöße gegen das Aufenthaltsgesetz gab, also beispielsweise unerlaubte Einreisen. Auch die Zahl von Taschendiebstählen ging deutlich zurück auf 23.411 (-16,3 Prozent). Die Bundespolizei ist in Deutschland an Bahnhöfen, an 13 Flughäfen und an den Grenzen zuständig.
Der Einsatz der Bundespolizei an den Grenzen hatte für Diskussionen gesorgt. Es gab mehrfach Warnungen vor Überlastungen seitens der Polizeigewerkschaften, zuletzt vom Bundespolizeibeauftragten. Der Bericht weist nun einen deutlichen Rückgang von unerlaubten Einreisen und Einreiseversuchen nach Deutschland auf. 62.959 derartige Fälle wurden registriert, das waren 25 Prozent weniger als noch im Jahr 2024. Das lag laut dem Jahresbericht auch daran, dass deutlich weniger Menschen auf den bekannten Migrationsrouten nach Deutschland kamen. So ging beispielsweise die Zahl derjenigen, die über die Westbalkanroute versuchten nach Deutschland einzureisen um 42 Prozent zurück (12.525 Menschen).
Auch für Rückführungen werden Bundespolizisten eingesetzt. Deshalb landen sie ebenfalls in der Statistik. Von 58.795 geplanten Rückführungen scheiterten 2025 fast 35.000, in den allermeisten Fällen deshalb, weil die Ausreisepflichtigen gar nicht erst von der Polizei der Bundesländer an die Bundespolizei übergeben wurden. Während der Übernahme scheiterten nach
Angaben der Bundespolizei 464 Rückführungen – etwa wegen ungültiger Heimreisedokumente oder aus medizinischen Gründen.
