Argentinien – Ägypten 3:2 (0:1)
Argentinien hat sich in einem spektakulären Spiel mit 3:2 (0:1) gegen Ägypten durchgesetzt. Damit können die Südamerikaner bei der Fußballweltmeisterschaft weiter von der Titelverteidigung träumen.
Ägypten lag gegen den amtierenden Weltmeister zwischenzeitlich mit zwei Toren durch Yasser Ibrahim (15. Minute) und Mostafa Ziko (67.) in Führung.
Cristian Romero (79.), Lionel Messi (83.) und Enzo Fernández (90. +3) erzielten die späten Tore für Argentinien.
Der Trainer Ägyptens, Hossam Hassan, hatte im Vorfeld der Partie »kein leichtes Spiel« für die Argentinier versprochen, und sein Team setzte die Ansage zunächst eindrucksvoll um. Die Nordafrikaner hatten mehr vom Spiel, verteidigten Messi oftmals mit mehreren Spielern und liefen die Lücken in der Defensive fleißig zu.
Dann schlug Ibrahim nach einer Ecke zu und belohnte die Ägypter für eine sehr starke Anfangsphase. Doch in der Defensive offenbarten sie einige Schwächen, wenn Argentinien mit etwas mehr Schwung kombinierte. Als Nicolás Tagliafico in den Strafraum stürmte, konnte ihn Haissem Hassan nur per Foul stoppen – doch Messi ließ die große Chance zum Ausgleich vom Elfmeterpunkt liegen.
Torhüter Shobeir parierte stark
Der Fehlschuss rüttelte aber die Argentinier wach. Sie drängten nun auf den Ausgleich, scheiterten aber immer wieder am Torhüter Shobeir. Er parierte stark gegen Alexis Mac Allister (28.) und noch besser gegen Julián Álvarez (39.). Messi hatte dazwischen einen Freistoß aus der Distanz an den Pfosten geschossen (31.). Ägypten fand kaum Entlastung und verteidigte tief in der eigenen Hälfte.
Der Spielverlauf blieb nach der Pause identisch: Argentinien wollte den Ausgleich erzwingen, rannte an, fand aber zu selten Lücken. Messi war nun auch mehr in das Offensivspiel eingebunden, doch Ägypten verteidigte leidenschaftlich – und erzielte das vermeintliche 2:0. Doch der Treffer von Ziko (58.) wurde wegen eines Foulspiels nach Sichtung der Videobilder zurückgenommen. Wenig später gab es bei seinem Tor in der 67. Minute aber keine Zweifel.
Bei der letzten Trinkpause schworen sich die Ägypter nochmals auf die Schlussphase ein. Messi und seine Mitspieler meldeten sich dann in der Schlussviertelstunde eindrucksvoll zurück.
Messi baut Torrekord aus – neue Kritik an Schiedsrichterentscheidung
Messi selbst erzielte in dem Spiel turnierübergreifend in seinem neunten
WM-Spiel mindestens ein Tor. Insgesamt steht er nun bei 21 WM-Toren.
Alleine bei dieser WM erzielte er bislang acht Treffer.
»Es war sehr schwer, wir haben gelitten, aber diese Gruppe gibt nie auf, sie kämpft bis zum Ende«, sagte Messi nach dem Spiel. »Es ist verrückt, was sie in dieser K.o.-Runde geleistet hat. Wir haben das Spiel noch gedreht. Ich freue mich, dass die Leute jetzt feiern können.«
Argentiniens Trainer Lionel Scaloni sagte: »Ich kann nicht mehr. Tut mir leid. Das ist zu viel. Was für eine Gruppe von Spielern.« Er wirkte dabei ähnlich ergriffen wie Superstar Messi und musste das Siegerinterview sogar unter Tränen abbrechen.
Nach dem Spiel stehen allerdings einmal mehr die Schiedsrichterentscheidungen im Mittelpunkt der Analysen. Der ehemalige Bundesligaschiedsrichter Patrick Ittrich sagte bei MagentaTV: »Alle strittigen Entscheidungen wurden gegen Ägypten gefällt.« Im Zentrum der Kritik stehen vor allem der aberkannte Treffer von Ziko in der 58. Minute und ein nicht gegebener Elfmeter für Ägypten in der Nachspielzeit (90. +2).
Über alles Wichtige zur Fußballweltmeisterschaft informieren wir in unserem Liveblog.
