
In Ankara beginnt am Dienstag der NATO-Gipfel – und über allem schwebt die Frage, ob es den Verbündeten gelingt, den US-Präsidenten im Zaum zu halten. Donald Trump trifft am frühen Nachmittag in der türkischen Hauptstadt ein und trifft zuerst den Gastgeber, den türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdoğan.
Vorher werden die Verbündeten bei einem Verteidigungsindustrieforum einen Reigen neuer Rüstungsprojekte bekannt geben. In Ankara ist von einem Gesamtwert in Höhe von Dutzenden Milliarden Dollar die Rede. Die Ankündigungen wurden über Monate hin gesammelt und sollen Trump demonstrieren: Die Verbündeten wenden nicht nur mehr Geld auf, sondern investieren es auch in konkrete Fähigkeiten.
NATO-Generalsekretär Mark Rutte hatte schon am Montagabend den Ton gesetzt. Es gebe „bahnbrechende Fortschritte“ auf dem Weg der Verbündeten zu dem Ziel, bis 2025 insgesamt fünf Prozent ihrer Wirtschaftsleistung in die Verteidigung und Sicherheit ihrer Länder zu investieren, behauptete Rutte während seiner Auftaktpressekonferenz. „Nach nur einem Jahr eines auf zehn Jahre angelegten Projekts sehen wir, dass die europäischen Bündnispartner und Kanada bereits rund vier Prozent ihres Bruttoinlandsprodukts in Verteidigung und Sicherheit investieren.“
Auch Ruttes Behauptung, dass die Europäer nun mit den Amerikanern bei den Verteidigungsausgaben „gleichziehen“, war fragwürdig. Wenn die USA ihren jährlichen Verteidigungshaushalt von knapp eine Billion Dollar um 50 Prozent erhöhen, wie von der Regierung beabsichtigt, ziehen sie wieder weit davon.
Alles Wichtige aus Ankara posten an dieser Stelle unsere Türkei-Korrespondentin Friederike Böge und NATO-Korrespondent Thomas Gutschker.
