Jan-Lennard Struff hat das Viertelfinale in Wimbledon erreicht. Der 36-Jährige profitierte beim Stand von 3:6, 6:7 (5:7), 7:6 (7:2), 7:5, 4:2 von der Aufgabe seines polnischen Gegners Hubert Hurkacz und zog damit erstmals bei einem Grand Slam in die Runde der letzten Acht ein. Dort könnte der italienische Titelverteidiger Jannik Sinner sein nächster Gegner sein.
Nachdem Struff im fünften Satz nach 3:40 Stunden Spielzeit das Break gelang, warf der unter Rückenschmerzen leidende Hurkacz entnervt seinen Schläger weg und gab auf. »Es so zu beenden ist ein Jammer«, sagte Struff. »Ich bin sehr glücklich. Das Ende war ziemlich hart. Es ist unglaublich. Man sollte niemals aufgeben.« Seine Wimbledon-Reise sei »einfach verrückt«.
Seit Oktober hatte Struff bei keinem Turnier im Hauptfeld zwei Matches gewonnen. Er startete als Nummer 74 der Welt im All England Club, im Live-Ranking liegt er jetzt schon auf Platz 40. Auch gegen Hurkacz zeigte Struff eine starke Leistung, ließ sich von einem Zwei-Satz-Rückstand nicht aus der Ruhe bringen und befreite sich wie in den Runden zuvor aus einer schier aussichtslosen Situation.
Historischer Erfolg für Struff
Im 47. Anlauf bei einem der vier großen Turniere wird Struff nun zum ersten Mal an einem Viertelfinale teilnehmen. Seit der Einführung des Profitennis 1968 hatte nur der Franzose Fabrice Santoro länger warten müssen, bis ihm das gelungen war (54 Versuche). Mit seinen 36 Jahren ist Struff zudem der älteste Spieler, der in Wimbledon und überhaupt bei einem Grand Slam zum ersten Mal in der drittletzten Runde steht. Gegner ist dort entweder Topfavorit Sinner oder der japanische Qualifikant Shintaro Mochizuki.
Nach einem schnellen Break kontrollierte der Weltranglisten-96. Hurkacz auf Court 2 den ersten Satz, ging nach 30 Minuten in Führung. Struff kam dann besser ins Spiel. In seinem insgesamt achten Tiebreak des Turniers patzte Struff aber, Hurkacz sicherte sich auch den zweiten Durchgang. Hurkacz musste sich vor dem vierten Satz behandeln lassen und mitten im Durchgang nochmal. Danach taktierte der Pole, forderte weitere Pausen oder den Abbruch wegen Dunkelheit. Dann gab er auf.
