
Nach dem schweren Doppel-Erdbeben in Venezuela vor eineinhalb Wochen ist die Zahl der Todesopfer auf mindestens 2.954 gestiegen. Zudem wurden inzwischen 16.592 Verletzte registriert, wie der Präsident der Nationalversammlung, Jorge Rodríguez, weiter mitteilte.
Nach offiziellen Angaben stürzten durch die Erdbeben 190 Gebäude ein, weitere 856 wurden stark beschädigt. Mehr als 16.000 Menschen verloren demnach ihr Zuhause. Seit den beiden verheerenden Erdbeben der Stärke 7,2 und 7,5 am 24. Juni registrierten die Behörden zudem 942 Nachbeben.
Kritik an Übergangsregierung
Obwohl die Chancen, weitere Überlebende zu finden, inzwischen als sehr gering gelten, setzen die Einsatzkräfte ihre Suche nach Verschütteten fort. Erst am Donnerstag wurde ein Mann lebend aus den Trümmern eines eingestürzten Einkaufszentrums in der Küstenstadt Maiquetía geborgen. Zuvor hatten die Rettungskräfte über Tage Kontakt zu dem Verschütteten gehalten und ihn mit Wasser und anderen lebenswichtigen Dingen versorgt.
In den vergangenen Tagen war massive Kritik an der Übergangsregierung von Präsidentin Delcy Rodriguez laut geworden. Überlebende und Hilfsorganisationen warfen den Behörden Schwerfälligkeit und Ineffizienz vor. Unter anderem fehle schweres Gerät zur Trümmerbeseitigung, weshalb die Rettungsarbeiten maßgeblich von Zivilisten und ausländischen Helfern getragen würden.
Die Präsidentin, die im Januar nach dem durch die USA forcierten Sturz ihres Vorgängers Nicolas Maduro die Macht übernommen hatte, wies die Vorwürfe zurück. Die Regierung habe sofort gehandelt.
