
Die AfD liegt im aktuellen „Sonntagstrend“ acht Prozentpunkte vor der Union. Laut der Erhebung, die das Meinungsforschungsinstitut Insa wöchentlich für die „Bild am Sonntag“ erstellt, verlieren CDU/CSU gegenüber der Vorwoche einen Punkt und erreichen nur noch 21 Prozent der Stimmen, während die AfD unverändert bei 29 Prozent bleibt.
Die SPD legt um einen Punkt auf 13 Prozent zu, gleichauf liegen die Grünen. Die Linke kommt in der Befragung auf zehn Prozent. Das BSW verbessert sich um einen Punkt auf vier Prozent. Die FDP liegt ebenfalls bei vier Prozent. Sonstige Parteien erreichen zusammen sechs Prozent, einen Punkt weniger als zuvor.
Pistorius warnt vor Weitergabe geheimer Bundeswehr-Informationen an AfD
Auch bei den anstehenden Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern hat die AfD Umfragen zufolge gute Chancen, stärkste Kraft zu werden. Dass bei der Wahl in Sachsen-Anhalt am 6. September die AfD eine absolute Mehrheit erhalten könne, mache ihm als Demokraten „allergrößte Sorge“, sagte Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) der „Bild am Sonntag“. „Die AfD lässt keinen Zweifel daran, was sie mit unserer Demokratie vorhat. Von daher wäre das ein sehr, sehr schlechtes Zeichen. Wir müssen uns darauf einstellen, damit noch konsequenter umzugehen und dem etwas entgegensetzen“, betonte Pistorius.
Mit Blick auf mögliche Konsequenzen, die eine AfD-Landesregierung auf Bundeswehr-Standorte haben könnte, sagte Pistorius: „Wir beschäftigen uns intensiv mit der Frage, wem wir Zugang zu geheim eingestuften Informationen geben können. Das tun wir schon jetzt. Dazu sind wir verpflichtet, weil es um die Sicherheit unseres Landes geht.“
Die Frage, ob er Bauchschmerzen hätte, einem AfD-Minister als geheim eingestufte Informationen zu übermitteln, bejahte Pistorius: „Sie müssen sich nur die öffentlichen Äußerungen vieler, vieler AfD-Vertreter anhören. Die Nähe zu Putin ist nicht zu übersehen. Die Vermutung, dass es Geld aus Russland gibt, steht ebenfalls im Raum“. Es liege „auf der Hand, dass das nicht passieren darf“, sagte der Minister.
Mehrheit gegen Parteiverbot
An diesem Wochenende findet in Erfurt der AfD-Bundesparteitag statt. Die Parteichefs Tino Chrupalla und Alice Weidel wurden am Samstag für zwei weitere Jahre im Amt bestätigt. Begleitet wurde der Parteitag vom Protest zehntausender Demonstrierender.
Laut einer Insa-Umfrage für die „Bild am Sonntag“ sind die Bürger mit Blick auf ein Parteiverbot der AfD gespalten. 40 Prozent der Befragten sprachen sich eher dafür aus, 45 Prozent eher dagegen. 15 Prozent machten keine Angabe.
Mit Blick auf die Brandmauer finden 42 Prozent es eher richtig, dass Union und SPD eine Zusammenarbeit mit der AfD ablehnen. 39 Prozent halten dies eher für falsch. 19 Prozent machten keine Angabe oder waren unentschieden. Befragt wurden zwischen dem 2. und dem 3. Juli 1005 Menschen. Insa gibt die maximale Fehlertoleranz der repräsentativen Umfrage mit plus/minus 3,1 Prozentpunkten an.
