Russische Streitkräfte haben nach Angaben des russischen Verteidigungsministeriums
die Ortschaft Kostjantyniwka in der Ostukraine besetzt. Die Mitteilung
erfolgte zeitgleich mit einem Besuch von Russlands Staatschef Wladimir Putin auf einem
Kommandoposten, von dem aus der Einsatz der russischen Truppen in der Ukraine
gesteuert wird. Eine ukrainische Stellungnahme lag zunächst nicht vor.
Die Besetzung von Kostjantyniwka ist seit Langem ein Ziel
des russischen Vormarsches. Putin will den Donbass komplett unter russische
Verwaltung stellen. Kostjantyniwka gilt als ein strategisch wichtiger
Stützpunkt im sogenannten ukrainischen Festungsgürtel auf dem Weg zu den letzten größeren Städten in der Region, die das
ukrainische Militär hält. Sollte sich die Besetzung Kostjantyniwka bestätigen, wären im Gebiet Donezk nur noch Slowjansk, Kramatorsk und Druschkiwka unter
ukrainischer Kontrolle.
Putin-Auftritt in Uniform
Zuletzt hatten Vertreter des ukrainischen Militärs mitgeteilt,
die Lage in der bereits schwer zerstörten Stadt Kostjantyniwka sei schwierig.
Der ukrainische Generalstab in Kyjiw sprach am Abend in seinem Lagebericht aber
lediglich von schweren Kämpfen rund um Kostjantyniwka. Vor dem Krieg zählte die
Stadt 78.000 Einwohner.
Putin zelebrierte die mutmaßliche Einnahme der Stadt. Im Fernsehen war
der russische Staatschef in Uniform mit dem Generalstabschef Waleri Gerassimow
zu sehen, wie er den russischen Soldaten seinen Dank aussprach. Putin sagte
dabei, die Besetzung von Kostjantyniwka sei von »großer strategischer
Bedeutung«.
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