
Rund um die Fußball-WM im Gastgeberland Mexiko häufen sich die Todesfälle. Während der Feierlichkeiten nach dem Sieg des mexikanischen Teams gegen Ecuador sind nach Angaben der Gesundheitsbehörde von Mexiko-Stadt vier Menschen in der Nähe des zentralen Denkmals „Ángel de la Independencia“ gestorben.
Wie die Gesundheitsministerin von Mexiko-Stadt, Nadine Gasman, mitteilte, starben drei Opfer an Erstickung. Ein 30-jähriger Mann sei einem Herz-Kreislauf-Stillstand nach einem epileptischen Anfall und Blutungen im Verdauungstrakt erlegen. Insgesamt seien mehr als 1.600 Menschen im Aztekenstadion und bei den Feierlichkeiten in der Stadt vor Ort behandelt worden, unter anderem wegen Prellungen, Knochenbrüchen, Alkoholvergiftungen und Angstanfällen. 28 von ihnen mussten laut den Angaben in Kliniken gebracht werden.
Bürgermeisterin: Rettungskräfte hätten „umgehend“ reagiert
Ein 44 Jahre alter Mann und eine 19 Jahre alte Frau starben einem Facebook-Post der Gesundheitsbehörde zufolge schon auf der Straße an Erstickung. Eine 48 Jahre alte Frau wurde zudem bewusstlos aufgefunden. Im Krankenhaus sei dann ihr Tod durch Ersticken festgestellt worden. Weitere Details waren zunächst nicht bekannt.
Die Bürgermeisterin von Mexiko-Stadt, Clara Brugada, äußerte sich auf X zu den Todesfällen. Die Rettungskräfte hätten „umgehend“ reagiert, nachdem drei Menschen an verschiedenen Orten in der Nähe des Paseo de la Reforma bewusstlos aufgefunden worden seien. „Alle medizinischen Notfallprotokolle wurden aktiviert, doch leider sind die Betroffenen verstorben.“ Die Regierung stehe in Kontakt mit den Angehörigen. Zugleich rief Brugada dazu auf, „stets verantwortungsbewusst, umsichtig und mit Einfühlungsvermögen zu feiern“.
Unfallfahrer stirbt offenbar an Prügel-Verletzungen
Auch ein Autofahrer, der vergangene Woche nach Mexikos Sieg gegen Tschechien im Touristenort Cabo San Lucas aus noch ungeklärten Gründen in eine feiernde Menschenmenge gefahren war, starb nun. Das bestätigte Alberto Rentería, der Generalsekretär der Bezirksverwaltung Los Cabos im mexikanischen Bundesstaat Baja California Sur auf Facebook.
Der Zeitung „Reforma“ und anderen Medien zufolge erlag der Mann seinen Verletzungen an Schädel und inneren Organen, die ihm wütende Menschen nach seiner Fahrt durch die Menge zugefügt hätten. Demnach war der Mann von aufgebrachten Passanten aus seinem Fahrzeug gezerrt und verprügelt worden. Er sei geradezu „gelyncht“ worden, schrieb etwa das Portal „Novedades Yucatán“. Nach seiner Festnahme wurde er in ein Krankenhaus gebracht.
Weitere Informationen, ob es sich bei der Fahrt um ein Versehen oder Absicht handelte, gab es nicht. Auch nicht, ob weitere Menschen im Zusammenhang mit dem Vorfall festgenommen wurden. Der Autofahrer hatte dabei am 24. Juni Menschen angefahren, 17 Personen wurden verletzt.
Schockiert zeigten sich Einwohner auch in der Gemeinde Yautepec im Bundesstaat Morelos: Dort töteten Bewaffnete während der Live-Übertragung des WM-Sechzehntelfinals zwischen Mexiko und Ecuador auf einem Sportplatz mindestens zwei Menschen und verletzten fünf weitere. Nach Informationen des Portals „Metro“ soll es sich bei einem der Toten um einen Assistenten eines Regionalpolitikers des Bundesstaats handeln. Zudem sei eine Kandidatin für das Bürgermeisteramt von Yautepec schwer verletzt worden.
Zu dem Fußballspiel hatten sich auf dem Platz im Viertel Rancho Nuevo den Berichten zufolge Nachbarn, darunter auch Familien mit Kindern, versammelt. Weitere Details waren zunächst nicht bekannt. Die Gouverneurin von Morelos, Margarita González Saravia, bestätigte den Vorfall in einem Post auf der Plattform X, nannte aber keine Zahlen zu Opfern.
