
Die Verzweiflung muss groß sein im BSW. Niemand interessiert sich mehr so recht für die Partei, nachdem die Bundestagswahl verloren ging, eine Nachzählung nicht erfolgte und Sahra Wagenknecht dann auch noch den Vorsitz niederlegte. Überdies droht das BSW wie momentan alle kleineren Parteien im Wahlkampf zwischen AfD und SPD (in Mecklenburg-Vorpommern) beziehungsweise AfD und CDU (in Sachsen-Anhalt) zerrieben zu werden.
Warum also sich nicht an das viel größere Interesse hängen, das die AfD momentan auf sich zieht? In einem Duell mit Alice Weidel hätte man zumindest die Chance, überhaupt gehört zu werden, und sei es auch nur als Counterpart Weidels, die sich ihrerseits schon auf dem Weg ins Bundeskanzleramt sieht.
Doch der Schuss könnte nach hinten losgehen. Die Zuschauer eines solchen Duells könnten leicht auf die Frage kommen, was diese beiden Parteien in ihrer fundamentalen Ablehnung der Bundesrepublik, ihrer Zugewandtheit zum totalitären Russland Putins und der vermeintlichen Verfolgung durch „den Mainstream“ überhaupt noch unterscheidet. Sogar das BSW selbst muss sich schon anstrengen, das darzulegen.
Dass etwaige Abgeordnete des BSW, so sie es in die beiden Landesparlamente schafften, mit der AfD zusammenarbeiten würden, hätte man jedenfalls auch ohne einen solchen Bettelbrief vermutet. Einen „überparteilichen“ Kandidaten als Ministerpräsidenten, wie ihn sich das BSW erträumt, werden sie von der AfD allerdings nicht bekommen.
