
Die AfD-Vorsitzende Alice Weidel will sich erst am Mittwoch zu einem Angebot des BSW äußern, gemeinsame Rededuelle mit dessen Gründerin Sahra Wagenknecht zu bestreiten. Das teilte Weidels Sprecher der F.A.Z. mit. Die AfD-Chefin lässt sich damit Zeit mit ihrer Antwort auf eine deutlich ausgestreckte Hand.
Die Vorsitzenden des BSW hatten Weidel am 26. Juni persönlich in einem Brief eingeladen, mit Wagenknecht aufzutreten. „Das Bündnis Sahra Wagenknecht (BSW) hat die ,Brandmauer‘ gegenüber der AfD von Beginn an kritisiert. Sie ist undemokratisch und löst keine Probleme“, schreiben Fabio De Masi und Amira Mohamed Ali. Unterzeichnet hat den Brief auch der BSW-Generalsekretär Oliver Ruhnert.
Da der öffentlich-rechtliche Rundfunk „zunehmend zu einem propagandistischen Staatsfunk“ verkomme, wolle man selbst handeln. Das BSW schlägt vor, in Magdeburg und Schwerin zwei Rededuelle auf Wahlkampfbühnen des BSW zwischen Weidel und Wagenknecht auszutragen, „den bekanntesten Gesichtern zweier Parteien, die aus unterschiedlichen Gründen vom Mainstream bekämpft werden“.
Zusammenarbeit zwischen BSW und AfD?
In dem Brief, über den zuerst die „Bild“-Zeitung berichtet hat, skizziert das BSW auch, wie es sich eine Zusammenarbeit mit der AfD nach den Landtagswahlen in Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen-Anhalt vorstellt. Ziel sei die „Abwahl der Amtsinhaber und Ersetzung durch überparteiliche Ministerpräsidenten, die in den Landtagen mit wechselnden Mehrheiten regieren unter Einbindung der AfD“. Bei Anträgen im Parlament werde man „immer in der Sache“ entscheiden, heißt es weiter.
Zwar gebe es Unterschiede zwischen BSW und AfD. So sprechen die BSW-Vorsitzenden etwa an, dass es in der AfD „Rechtsextremisten gibt, die ein ganz anderes Deutschland wollen“. Dies lehne man ab. Über inhaltliche Differenzen – genannt werden zum Beispiel die Milliardärssteuer oder die Rüstungspolitik – wolle man jedoch im Rahmen der Rededuelle „mit offenem Visier debattieren“ und so die Positionen beider Parteien schärfen.
