
Endlich große Ferien. In Hessen, Rheinland-Pfalz und dem Saarland hat die Schule jetzt Pause, die anderen Bundesländer folgen bald. Die Schüler können sich dann von einem Schuljahr voller Prüfungen, Diktate, Mathearbeiten und stressigen Klausuren erholen. Endlich keine Hausaufgaben mehr, kein Zeitdruck am Morgen. Endlich ausschlafen. Endlich Urlaub.
Allerdings sind sechs Wochen eine sehr lange Zeit. Damit nicht alles in Vergessenheit gerät, was die Schüler zuvor gelernt haben, bitten gerade Grundschulen die Eltern, in den Ferien mit den Kindern auch Kopfrechnen, Lesen und Schreiben zu üben. Nicht streng verschult, sondern spielerisch und nebenbei.
Viele Schulen empfehlen den Kindern auch, mindestens ein Buch in den Ferien zu lesen. Dabei ist es fast schon nebensächlich, wie gehaltvoll die Lektüre ist. Ob Roman, Comic oder Guinnessbuch der Rekorde – Hauptsache, es wird gelesen. Sehr gerne sehen es die Lehrer auch, wenn die Schüler eine Postkarte an ihre Klasse schicken. Aus dem Urlaub. Oder von der Oma. Oder aus dem Freibad.
Die Schulträger müssen in Hitzeschutz investieren
Die Schulverwaltung hat allerdings keine Ferien. In den Amtsstuben der Schulträger herrscht zwar urlaubsbedingt etwas mehr Ruhe. Allerdings sind die Sommerferien auch die Zeit, in der an den Schulen die Handwerker kommen. Jetzt können Dächer geflickt, Schultoiletten saniert, Treppengeländer erneuert und Fußböden ausgebessert werden, ohne dass ständig die Schüler vorbeilaufen.
Doch mit Schönheitsreparaturen ist es vielerorts nicht getan. Viele Schulen sind in einem erschreckend schlechten Zustand. Ein Thema gehört dabei ganz nach oben auf die To-do-Liste der Schulbauverwalter. Die älteren Gebäude müssen dringend für die Auswirkungen des Klimawandels hergerichtet werden. Denn langanhaltende Hitzeperioden, wie wir sie zuletzt erlebt haben, werden häufiger. Damit künftige Schülergenerationen nicht zu sehr darunter leiden, müssen Ideen her, wie Schulen gekühlt und fit gemacht werden können für den Klimawandel.
Besonders schlimm ist die Lage in den Blechkisten, also den Schulcontainern, in denen viele Schulklassen ausgelagert sind. Es ist bekannt, dass sie sich besonders stark und schnell aufheizen. Dennoch werden diese Kisten immer noch aufeinander gestapelt, ohne für eine angemessene Klimatisierung der Container zu sorgen. Das ist nicht mehr zeitgemäß und muss dringend geändert werden. Die Schüler und Lehrer müssen es uns wert sein.
Zwar gab es „hitzefrei“ auch schon früher. Die großen Ferien liegen nicht ohne Grund in der heißesten Phase des Jahres. Doch inzwischen wird es schon im Juni so heiß, dass an geordneten Unterricht kaum noch zu denken ist. Ironischerweise wird der Vorteil von Bayern und Baden-Württemberg, erst spät Sommerferien zu haben, immer mehr zu einem Nachteil. So wendet sich das Blatt. Wer weiß? Vielleicht werden wir auch bald drei Monate Sommerferien haben, wie in Italien.
