Die deutsche Fußball-Nationalmannschaft trifft bei der WM im Sechzehntelfinale auf Paraguay. Durch das 1:0 Spaniens gegen Uruguay kennt das Team von Bundestrainer Julian Nagelsmann nun endgültig seinen Gegner im ersten K.-o.-Duell. Das Spiel gegen die Südamerikaner findet am Montagabend (22.30 Uhr MESZ im F.A.Z.-Liveticker zur Fußball-WM, im ZDF und bei MagentaTV) im amerikanischen Foxborough nahe Boston statt.
Für die Verteilung der Gruppendritten gab es aufgrund des komplexen WM-Modus insgesamt 495 Szenarien – alle verbliebenen ergeben nun schon vor Abschluss der kompletten Vorrunde Paraguay als deutschen Gegner. Schottland und Schweden fielen als letzte mögliche Alternativen heraus. Ebenfalls klar: Frankreich wäre ein möglicher Gegner im Achtelfinale.
Kap Verde gelingt sensationeller Einzug ins Sechzehntelfinale
Der kapverdische WM-Traum ist noch lange nicht ausgeträumt. Die Auswahl des kleinen Inselstaates zog durch ein 0:0 gegen Saudi-Arabien bei ihrer ersten Teilnahme sensationell in die K.-o.-Runde ein. Gegner in einer Woche in der deutschen Nacht auf den 4. Juli in Miami (0 Uhr MESZ, im F.A.Z.-Liveticker zur Fußball-WM und bei MagentaTV) ist Titelverteidiger Argentinien und sein Superstar Lionel Messi. Saudi-Arabien beendet das Turnier hingegen als Letzter der Gruppe H.
Das kapverdische Team hatte bereits historische Tage hinter sich. Der WM-Debütant hatte sowohl Mitfavorit Spanien (0:0) als auch Uruguay (2:2) jeweils ein Unentschieden abgetrotzt – und praktisch nebenbei Tausende Fanherzen erobert.
Beim Treffer von Álex Banea in der 42. Minute leistete sich Uruguays routinierter Torwart Fernando Muslera in seinem 137. Einsatz einen schweren Fehler. Er war auch in den Partien zuvor an den Gegentoren mitbeteiligt gewesen. Für Uruguays argentinischen Trainer Marcelo Bielsa dürfte es das ebenfalls gewesen sein. Uruguays Agustin Canobbio sah in der Nachspielzeit noch die Rote Karte (90.+5).
Uruguays umstrittener Trainer Marcelo Bielsa übernahm nach dem Spiel die Verantwortung für das Scheitern: „Die Journalisten und die Fans des uruguayischen Fußballs wollen mir berechtigterweise die Schuld geben. Ich bin der Verantwortliche und muss das akzeptieren“, sagte „El Loco“. Dass mit dem WM-Aus auch seine zeit als Trainer der „Celeste“ endet, scheint für Bielsa bereits beschlossene Sache. „Meine Zeit wird als eine Phase in Erinnerung bleiben, die nichts hinterlassen hat“, so die Bilanz des Argentiniers. Vor dem Spiel hatte es offenbar noch eine Revolte der Spieler gegen den Trainer gegeben. Laut Medienberichten sollen die Führungsspieler um Valverde sich bei Bielsa über dessen Führungsstil, Trainingssteuerung und Taktik beschwert haben. Bielsa soll daraufhin mit einer Wutrede vor dem ganzen Team reagiert haben.
Starker Dembélé macht Frankreich zum möglichen DFB-Gegner
Weltfußballer Ousmane Dembélé hat Frankreich mit einer Drei-Tore-Gala zum Gruppensieg geschossen und den Weg für ein mögliches Achtelfinal-Duell mit Deutschland frei gemacht. Der Offensivspieler von Champions-League-Sieger Paris Saint-Germain war der überragende Akteur beim 4:1 (3:1) der Équipe Tricolore gegen völlig neu formierte Norweger. Sollten sowohl Deutschland als auch Frankreich ihr Sechzehntelfinale gewinnen, treffen beide am 4. Juli in Philadelphia aufeinander. Norwegen trifft in seinem ersten Spiel der K.-o.-Runde auf die Elfenbeinküste (Dienstag 19 Uhr MESZ, im F.A.Z.-Liveticker zur Fußball-WM und bei MagentaTV)
Senegal hat mit einem deutlichen Sieg die Chance den Einzug in die K.-o.-Phase der Fußball-Weltmeisterschaft geschafft und das WM-Abenteuer des Iraks vorzeitig beendet. In Überzahl kamen die Westafrikaner beim 5:0 (1:0) zu ihrem ersten Erfolg beim XXL-Turnier. Aufgrund der Ergebnisse in den Gruppen G und H ist Senegal sicher als Gruppendritter für die K.-o.-Runde qualifiziert.
Für die Iraker, die nach einer frühen Roten Karte für Rebin Sulaka (14.) lange in Unterzahl spielen mussten, endete die zweite WM-Teilnahme nach 1986 genauso wie die Premiere vor 40 Jahren: Sie müssen nach drei Vorrunden-Niederlagen ohne Erfolgserlebnis die Heimreise antreten. Die Mannschaft des australischen Trainers Graham Arnold hatte sich als letztes der 48 Teams für die Endrunde qualifiziert.
Lukaku schießt Belgien mit erstem Ballkontakt zum Gruppensieg
In einem Herzschlagfinale hat sich Belgien den Sieg in der Gruppe G gesichert. Das Team um Starspieler Kevin De Bruyne gewann mit 5:1 (1:0) gegen Außenseiter Neuseeland und machte nach zwei Remis zum Auftakt den Einzug in das Sechzehntelfinale perfekt.
Dabei erzielte der eingewechselte Romelu Lukaku das zwischenzeitliche 4:1 (86.). Die weiteren Tore für Belgien erzielten Leandro Trossard (28./50.), Kevin De Bruyne (67.) und Alexis Saelemaekers (90.+4). Für Neuseeland war Elijah Just beim zwischenzeitlichen 3:1 (84.) erfolgreich.
Zudem trennten sich Ägypten und Iran mit 1:1 (1:1). Ägypten ist damit weiter, Iran muss als Gruppendritter noch zittern. Iran jubelte in der Nachspielzeit über den vermeintlichen Siegtreffer, das Tor wurde jedoch wegen einer Abseitsstellung aberkannt. Zudem traf das Team zwei Mal die Latte.
Weiterkommen auf der Couch
Durch die Ergebnisse in den Gruppen G und H sind gleich mehrere Nationen vorzeitig in die K.-o.-Phase der Fußball-WM eingezogen. Neben Mitfavorit England von Trainer Thomas Tuchel, Portugal um Superstar Cristiano Ronaldo und Deutschland-Gegner Paraguay ist auch Ghana und Senegal die Teilnahme am Sechzehntelfinale nicht mehr zu nehmen.
Alle Teams werden mindestens als einer der acht besten Gruppendritten abschneiden, nachdem Neuseeland in der Gruppe G sowie Uruguay und Saudi-Arabien in der Gruppe H am Freitag (Ortszeit) ausgeschieden sind. Paraguay, das am Montag auf das DFB-Team trifft, hat schon alle drei Gruppenspiele absolviert und die Gruppe D als Dritter abgeschlossen. Dasselbe gilt für Senegal um Sadio Mané in der Gruppe I.
Für England, Portugal und Ghana steht noch eine Vorrundenpartie an, alle Teams können noch Gruppensieger in ihren Staffeln werden.
