Gluthitze breitet sich über Bayern aus – und in Unterfranken wird es vermutlich am schlimmsten. Heute könnte es am Untermain laut Vorhersage des Deutschen Wetterdienstes (DWD) um die 41 Grad Celsius heiß werden. Am Samstag ist sogar ein Grad mehr drin – im Schatten gemessen. Daher ist Vorsicht geboten, um gesund zu bleiben: möglichst kein Sport in der prallen Sonne, körperliche Anstrengung insgesamt reduzieren, die Wohnung verschatten, viel Alkoholfreies trinken, leichte Mahlzeiten, luftige Kleidung.
Das Rote Kreuz ruft die Bevölkerung auch dazu auf, während der Hitzephase und einige Tage danach Menschen aus Risikogruppen im Blick zu behalten. Dazu gehören Senioren, Kinder, Schwangere, Arbeiter, Obdachlose und Migranten.
Ist das Wochenende der Hitze-Superlative mit Hoch «Hartmut» überstanden, geht es sommerlich weiter im Freistaat. «Wir haben zum Teil noch viele Gebiete, die die 25 Grad überschreiten», sagte ein DWD-Sprecher in München. «Da sprechen wir von einem Sommertag. Einige Gebiete, die bleiben da knapp drunter, aber kalt sieht anders aus.»
Von Waldbrandgefahr bis Blow-ups
Waldbesucher sollten besonders vorsichtig sein, kein Feuer machen, nicht rauchen oder grillen. Mit der Trockenheit ist die Waldbrandgefahr vielerorts hoch. Autos und Motorräder sollten deshalb nur auf ausgewiesenen Parkplätzen abgestellt werden.
Auf Bayerns Straßen können derweil aufwölbende Betonplatten zur Gefahr werden – sogenannte Blow-ups. Die Hitze setzt der Fahrbahn zu.
Verantwortlich für die derzeitige Hitze ist laut DWD zunehmend heiße bis extrem heiße Luft, die aus Südwesteuropa nach Deutschland strömt. «Bei solchen Lagen kommt auch Saharastaub zu uns, der das Sonnenlicht etwas dimmt», erklärte ein DWD-Meteorologe. «Es ist immer eine leichte Trübung vorhanden, man wird es kaum sehen.» Das könne einen Allzeitrekord verhindern. «Das ist ein bisschen das Zünglein an der Waage.»
Rekordkandidat Kitzingen
Am 5. Juli 2015 registrierte die DWD-Messstation in Kitzingen 40,3 Grad – damals bundesweiter Rekord seit Beginn der flächendeckenden Wetteraufzeichnungen 1881, und auch heute noch Temperaturrekord in Bayern.
Dieser Wert könnte der Vorhersage zufolge am Freitag oder Samstag getoppt werden. Ob eine Messstation am Untermain auch bundesweit das Rennen macht, bleibt abzuwarten.
Die bisher in diesem Jahr höchste gemessene Temperatur im Freistaat waren 38,5 Grad – ebenfalls in Kitzingen, registriert am 19. Juni. Der insgesamt höchste Wert bundesweit seit Beginn der Aufzeichnungen wurde am 25. Juli 2019 mit 41,2 Grad in Tönisvorst und Duisburg-Baerl (beide Nordrhein-Westfalen) gemessen.
Viele sehr alte Messwerte sind nicht zuverlässig, da unklar ist, wann und wo sie aufgezeichnet wurden. Seit 1881 liegen relativ gute Stationswerte für eine Berechnung zugrunde.
Das Klima wandelt sich
Seit Tagen schwitzt Deutschland mit Temperaturen bis an die 40 Grad. Heftige Hitze wie in diesen Tagen ist im Zuge der Klimakrise hierzulande häufiger geworden – und dürfte noch weiter zunehmen. Zahlen des DWD belegen, dass die durchschnittliche Zahl der Tage mit Temperaturen über 30 Grad in Deutschland zugenommen hat. Trotz starker Schwankungen zwischen den Jahren sei der Trend insgesamt deutlich steigend, betont das Umweltbundesamt. Hitzewellen sind weltweit aufgrund des Klimawandels intensiver und auch wahrscheinlicher geworden.
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