Bankchefs mischen sich normalerweise nicht in Wahlkämpfe ein. Und die Bauminister der Bundesländer lassen andere Landesregierungen normalerweise auch in Ruhe. Aber in Berlin ist derzeit nichts normal. Ein ungewöhnliches Bündnis will gerade eine Debatte einfangen, die
vor der Wahl zum Berliner Abgeordnetenhaus im Herbst wieder leidenschaftlich geführt wird: die um eine Vergesellschaftung privater Wohnungskonzerne.
»Da wird
mit dem Feuer gespielt«, sagte Hinrich Holm, der Vorstandsvorsitzende der
Investitionsbank Berlin, am Dienstag. Gemeinsam mit den Chefs der Berliner
Sparkasse, der Berliner Volksbank und der Deutschen Kreditbank (DKB) warnte er
vor »gravierenden Folgen für Mieter, Wohnungssuchende und den
Wirtschaftsstandort«. Der Grund für die Nervosität: Kommerziellen Großvermietern wie Vonovia könnten demnächst per Gesetz insgesamt 220.000 Wohnungen weggenommen und in öffentliches Eigentum überführt werden. Dass Vonovia ebenfalls am Dienstag eine Reihe von Mieterhöhungen in Berlin angekündigt hat, dürfte der Idee weitere Anhänger bescheren.
