
Angesichts einer „unmittelbar bevorstehenden Offensive“ auf die sudanesische Stadt Al-Obeid haben Deutschland und sechs weitere europäische Länder zu einem sofortigen Ende der Gewalt aufgerufen. Die für eine Belagerung der Stadt verantwortliche RSF-Miliz solle ihre Angriffe auf das mehrheitlich von Muslimen bewohnte Al-Obeid „unverzüglich einstellen“, heißt es in einer am Dienstag veröffentlichten gemeinsamen Erklärung von Deutschland, Großbritannien, Frankreich, Irland, Italien, den Niederlanden und Norwegen.
Es lägen mittlerweile „glaubwürdige Anzeichen für eine unmittelbar bevorstehende Offensive“ vor, heißt es in der Erklärung weiter. „Dies ist ein kritischer Moment und die internationale Gemeinschaft muss handeln.“
Wiederholte Drohnenangriffe in den vergangenen Wochen hätten zudem „Zivilisten getötet und zu akuten Engpässen bei Treibstoff, Lebensmitteln und Wasser geführt“. Dabei seien auch humanitäre Helfer gezielt angegriffen worden. Die Lage müsse „deeskaliert und das humanitäre Völkerrecht eingehalten“ werden, hieß es demnach weiter.
Al-Obeid liegt in der südlichen Region Nord-Kordofan. Die Stadt ist seit Monaten zum Teil von Milizen eingekreist. Die Vereinten Nationen sprechen von Bedingungen, die einer Belagerung gleichkommen.
In Sudan liefern sich die Armee von Militärherrscher Abdel Fattah al-Burhan und die RSF-Miliz seines ehemaligen Stellvertreters Mohamed Hamdan Daglo seit mehr als drei Jahren erbitterte Gefechte. In dem Krieg im drittgrößten Land Afrikas wurden bereits zehntausende Menschen getötet, mehr als elf Millionen Menschen sind auf der Flucht.
