Sie wollten den Einfluss der Vereinigten Staaten zu Grabe tragen. 1960 versammelten sich Tausende Menschen in Havanna. Nach der Revolution verkündete Kubas Führung, die US-Konzerne im Land zu enteignen. Kubanerinnen verkleideten sich symbolisch als Witwen der US-Unternehmen. Kubaner hievten Särge von Esso, Shell oder United Fruit Company über die Straßen. Sie zogen zum Malecón, der berühmten Uferpromenade. Dort warfen sie die Särge ins Meer.
Der US-Imperialismus ist tot, lautete ihre Botschaft. Nach Jahrzehnten der amerikanischen Vormundschaft wollte Kuba seinen eigenen Weg gehen. Jahrzehntelang sollte Kuba seither gegen die USA kämpfen, Widerstand gegen ihr System des Kapitalismus leisten. Doch heute, 66 Jahre später, scheint Kubas Führung mit ihren Grundsätzen zu brechen. Sie beschwört ausgerechnet jene Geister wieder herauf, die sie einst im Meer versenken ließ. Kuba öffnet seine Wirtschaft.
