
Nachdem die Polizei angekündigt hatte, die Kontrollen von E-Scootern auszuweiten, hat die CDU-Fraktion im Römer auch Elektrofahrräder in den Blick genommen. Sie fordert für diese regelmäßige Schwerpunktkontrollen, vor allem wegen illegal getunter E-Bikes. Vor allem innerhalb des Anlagenrings sowie auf Straßen und Plätzen mit viel Betrieb müssten die Vorschriften zum Schutz von Fußgängern und Radfahrern konsequenter überwacht werden, so der langjährige verkehrspolitische Sprecher Frank Nagel.
Nach seiner Beobachtung überschreiten viele Zweiräder die zulässigen technischen Grenzen deutlich. Wer regelmäßig mit dem Fahrrad unterwegs sei, werde häufig mit mehr als 25 Kilometern pro Stunde überholt, ohne dass die Fahrer in die Pedale träten. „Das sind keine Fahrräder mehr“, sagt Nagel. Insbesondere auf der Zeil und dem Opernplatz seien die schnellen Elektroräder unterwegs, obwohl dort für Fahrräder höchstens Schrittgeschwindigkeit erlaubt sei.
Viele Verstöße sind dem CDU-Stadtverordneten von Lieferdiensten aufgefallen. Die Fahrzeuge seien häufig schneller unterwegs als erlaubt und werden seiner Einschätzung nach teilweise ohne die erforderlichen Voraussetzungen betrieben. Wenn jemand ein Pedelec manipuliere und zu schnell fahre, gehe es nicht nur um Sicherheitsfragen. Es könnten auch Verstöße gegen Versicherungs-, Zulassungs- und Führerscheinvorschriften vorliegen. Das seien keine Kavaliersdelikte. „Das Problem ist nicht das Fatbike“, sagt Nagel zu den gedrungenen, mit besonders breiten Reifen ausgestatteten E-Bikes. „Das Problem ist die illegale Motorisierung und die fehlende Kontrolle.“
Die CDU-Fraktion fordert daher gemeinsame Kontrollen von Ordnungsamt und Landespolizei. Die Stadtpolizisten könnten die Räder zum Beispiel auf technische Veränderungen und unerlaubte Umbauten prüfen und die Landespolizisten die Geschwindigkeit messen. Aber auch die Lieferplattformen müssten sicherstellen, dass die eingesetzten Fahrzeuge den Vorgaben entsprächen.
Manche Lieferdienste stellen ihren Fahrern elektrische Räder zur Verfügung, andere verweisen auf regelmäßige Schulungen und einen obligatorischen Fahrrad-Check. Nach der jüngst von der Polizei vorgestellten Unfallstatistik sind 2025 die Unfälle mit Pedelecs, also Fahrrädern mit Elektromotor-Unterstützung, in Frankfurt um 40 Prozent auf 276 gestiegen. Dabei wurden 33 Personen schwer verletzt, ein Plus von 43,5 Prozent. Zu den häufigsten Ursachen gehörten die mangelnde Verkehrstüchtigkeit des Fahrers, die Nutzung der falschen Fahrbahn und das Missachten der Vorfahrt. In zehn Fällen machte die Polizei die Geschwindigkeit verantwortlich.
