
Es sagt niemand mehr laut. Aber es gibt auch Innenminister, die noch vor Kurzem durchblicken ließen, Zivilschutz sei vornehmlich eine Frage der Eigenverantwortung.
Nun, überhaupt nichts gegen die Betonung der Freiheit und Autonomie des Einzelnen. Aber der Staat kann es auch sonst, wenn es um die innere Sicherheit geht, nicht dabei belassen: Passen Sie auf sich auf, meiden Sie dunkle Ecken, und nehmen Sie Pfefferspray mit.
Die Bedrohung ist greifbar
Erst recht nicht darf der Staat schweigen und auf den Bürger zurückverweisen, wenn es um eine Bedrohung von außen geht, die im Übrigen so neu nicht ist. War im Kalten Krieg das Szenario eher apokalyptisch-abstrakt, gibt es seit Jahren eine hybride Kriegsführung gegen Deutschland und Anschläge auf sensible Infrastruktur, die zu höchst greifbaren Herausforderungen führen. Deshalb kann man zum einen fragen, was die Innenminister die ganze Zeit gemacht haben, muss es aber begrüßen, dass es nun Handlungsempfehlungen geben soll.
Hinweise über das Smartphone sind ein richtiger Weg, vor allem, wenn es schnell gehen muss. Ein Leitfaden zum Durchhalten zu Hause ohne Strom und sonstige Versorgung ist auch zu begrüßen; nur muss er auch jedem bekannt gemacht werden.
Die Vorsorge selbst kann der Staat niemandem abnehmen. Aber was jetzt, auch nach nordischem Vorbild, endlich verabredet wurde, ist das Mindeste, wenn man bedenkt, wozu der Staat sonst alles Briefe an seine Bürger schreibt – vom Elterngeld bis zur Grundsteuer. Es gibt keinen Grund zur Unruhe. Die Voraussetzungen für eine wirksame Vorsorge sind gut. Der Staat, also wir alle, muss die Herausforderung angehen.
